Diskussion über Lebensmittelhygiene

Bäckerei Ihle: Kaum Mängel seit 2016, aber...

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Nach Berichten über nicht veröffentlichte Ekel-Zustände in Bäckereien wird über ein transparentes Informations-System diskutiert.

Was hat sich getan bei der Bäckerei Ihle, seit den gravierenden Hygienemängeln vor zwei Jahren? Die Behörden haben eine Besserung festgestellt. Doch Forderungen nach mehr Transparenz reißen nicht ab.

München – Als die Kontrolleure des Landratsamtes Aichach-Friedberg im Oktober 2014 zur Nachkontrolle in die Landbäckerei Ihle in Friedberg kamen, war es die Krapfenanlage, die ihnen Sorgen bereitete. Dort sei ein „deutlicher Schädlingsbefall“ mit Schaben und Käfern festzustellen, wie die Kontrolleure später in ihrem Bericht vermerkten. Der Krapfengärtunnel musste außer Betrieb genommen werden, die darin enthaltenen Krapfenteiglinge wurden entsorgt. Die Kontrolleure stuften den Befall als „gravierend“ ein, wie aus den von Foodwatch veröffentlichen Kontrollberichten hervorgeht. Als auch bei der nächsten Nachkontrolle noch Mängel zu finden waren, verhängten die Kontrolleure ein Bußgeld von insgesamt 15 000 Euro.

Mehr als zwei Jahre ist das her. Seitdem wurde der Produktionsort in Friedberg saniert, um die Probleme in den Griff zu bekommen, wie Ihle mitteilte. Eine Übersicht aller Kontrollen bei Ihle für das Jahr 2016, die das Landratsamt an Foodwatch übergab, bestätigt, dass in jenem Jahr höchstens geringe Mängel im Bereich der Betriebshygiene festgestellt wurden. Gleiches gilt für das Jahr 2017, wie eine Sprecherin des Landratsamtes bestätigt. Drei Kontrollen habe es heuer bei der Bäckerei Ihle gegeben. Mehr als vereinzelte Fliesenschäden oder kaputte Silikonfugen sei nicht festgestellt worden.

Transparenz: Kommt das Smiley-System?

Auch wenn Ihle die Probleme mittlerweile im Griff zu haben scheint, läuft die Diskussion über ein transparenteres Informations-System. Die Organisation Foodwatch plädiert für ein Smiley-System nach dänischem Vorbild, bei dem die Kontroll-Ergebnisse mit lachenden oder weinenden Gesichtern an Türen von Restaurants und Supermärkten dokumentiert werden. Zusätzlich sind die Informationen im Internet abrufbar. Laut Foodwatch habe sich die Quote der Betriebe mit Beanstandungen seit der Einführung halbiert.

In abgeschwächter Form könnte sich das die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Rosi Steinberger, auch für Bayern vorstellen – allerdings nur mit einer Veröffentlichung von gravierenden Mängeln. „Wenn bei einem Bäcker mal eine gesprungene Fliese gefunden wird, interessiert mich das nicht. Und es wäre falsch, wenn er deswegen keine Semmeln mehr verkauft.“ Mit einem positiven Prüfzeugnis könnten die Unternehmen aber auch für sich werben.

Vorher müsse aber das Bundesverfassungsgericht urteilen, ob es rechtens ist, die Kontrollberichte der betroffenen Firmen zu veröffentlichen. Eine Entscheidung über das von der niedersächsischen Landesregierung eingeleitete Normenkontrollverfahren solle noch in diesem Jahr fallen, sagte ein Gerichtssprecher auf Anfrage. Nachdem mehrere Unternehmen gegen die Veröffentlichung im Internet geklagt hatten, werden in Bayern derzeit nur gesundheitsgefährdende Mängel bekannt gegeben.

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