Tier-Drama kurz vor der Eröffnung des Gnadenhofs bei Bad Füssing

Bär stirbt beim Transport

Bad Füssing - Schock für die Initiatoren des Bären-Gnadenhofs in Hart bei Bad Füssing (Kreis Passau).

Eine der beiden Bärinnen, die als erste in das neue Freigehege einziehen sollten, ist auf dem Weg von Rijeka (Kroatien) in ihre neue Heimat gestorben.

Landschaftsarchitekt Adelward Niederhofer, der das Gelände des Gnadenhofs gestaltet hat, steht mit vielen Helfern Spalier, als der Bären-Transport am Dienstagmorgen um 4.30 Uhr vorfährt. Die Euphorie ist groß. Am kommenden Samstag wird das Tier-Paradies eröffnet, nun sind endlich die Bären da. Andrea und Franziska heißen sie – doch als Tierarzt Dr. Dieter Heuböck, der die Bären-Schwestern auf ihrer Reise begleitet hat, versucht, mit den Tierpflegern die betäubten Tiere aus dem Transporter zu hieven, merkt Niederhofer an ihren Gesten schnell, dass etwas passiert sein muss. Dann herrscht blankes Entsetzen: Andrea ist tot. War der Transportstress für die 25 Jahre alte Braunbärin zu groß? 16 Stunden war sie unterwegs. Oder war die 170 Kilo-Bärin durch eine Krankheit geschwächt und hat die Betäubungsmittel nicht vertragen? Um das zu klären, wird der Bärenkörper derzeit in die Pathologie der Uniklinik München untersucht.

Tierfreund Niederhofer ist untröstlich, aber Zeit für Trauer bleibt ihm nicht. Die Vorbereitungen für die Eröffnung des elf Hektar großen Parks, das auf dem Gelände eines alten Bundeswehr-Munitionslagers entstanden ist, laufen auf Hochtouren. 1,5 Millionen € hat die Tierschutzorganisation Gewerkschaft für Tiere in das Projekt investiert. „Und damit haben wir“, so Niederhofer, das „größte und sicherste Bärengehege Europas“ geschaffen.

In dem leider vorerst nur ein Bär leben wird: Franziska. Sie hat den Transport gut überstanden und fühlt sich pudelwohl in ihrem neuen Gehege. Das bietet puren Luxus im Gegensatz zum alten Domizil in Kroatien. Um ihr Rheumaleiden zu lindern, hat man ihr ein gepolstertes Bärenbett hergerichtet, und da sie einmal am Tag abgefrischt werden will, hat sie jetzt auch noch eine Riesenbadewanne bekommen. Wer ihr beim Bad zusehen will, kann das am Samstag zwischen 14 und 17 Uhr tun – braucht dazu aber einen Feldstecher. Denn nah ran dürfen während der 30-tägigen Quarantäne nur die Pfleger. Trotzdem verpasst man nichts: Eine Kamera überträgt Franziskas Aktionen live – sogar ins Festzelt.

Quelle: tz

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