Ärger ohne Ende

Jetzt klemmt’s im Werdenfels

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Talent-II-Züge in Kochel: Bei einigen funktioniert die selbstständige Inbetriebnahme nicht

München - Der Ärger für Tausende Bahnpendler will einfach kein Ende nehmen. Jetzt gibt es Probleme im Werdenfels. Am Mittwochmorgen hatten viele Züge Verspätung.

Zugausfälle und Verspätungen verärgerten zwar auch am Mittwoch die Meridian-Pendler im Chiemgau. „Doch die Züge fahren inzwischen zuverlässiger und pünktlicher“, erklärte Kai Müller-Eberstein, der Chef der Oberlandbahn, am Mittwoch bei einer ersten Bilanz im Münchner PresseClub. Dafür gibt es ein neues Sorgenkind: Die neuen Elektro-Triebwagen vom Typ Talent der DB-Regio-AG im Werdenfels-Netz. Seit Montag sind vor allem im Berufsverkehr Verspätungen von zehn bis 20 Minuten sowie auch Zugausfälle die Regel. „Die Pendler machen das nicht mehr lange mit“, ärgert sich Nobert Moy, der oberbayerische Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn.

Am Mittwochmorgen hatten fast alle Züge zwischen sieben und elf Uhr Verspätungen von zehn bis 20 Minuten. Ein Zug wendete in Pasing, bei einem weiteren funktionierte die Kopplung des Weilheimer und des Kochler Zugteils in Tutzing nicht. Sie fuhren deswegen hintereinander nach München.

Ein Grund für die Probleme dürfte das immerhin deutlich bessere Angebot seit Sonntag auf den Bahnstrecken nach Mittenwald (-Innsbruck), Kochel, Oberammergau und Reutte sein. „Das Zugangebot wurde um 30 Prozent erweitert“, berichtete Antonia von Bassewitz, die Geschäftsleiterin von DB-Regio Oberbayern, im PresseClub. So wird nach Weilheim ganztätig ein 30-Minuten-Takt angeboten. Zusätzlich fahren in der Hauptverkehrszeit stündlich Expresszüge nach München. Möglicherweise ist das für die ab Tutzing eingleisige Strecke zu viel. Andererseits hat Norbert Moy von Pro Bahn auch erlebt, dass ein unaufmerksamer Fahrdienstleiter in Gauting die S-Bahn vor dem Express-Zug nach Mittenwald fahren ließ. Eine Viertelstunde Verspätung war die Folge!

Eine Ursache liegt aber auch in der Technik: Bei einigen Talentzügen, die sich selbsttätig fahrbereit machen können, versagte dies. Mehr Personal soll die neuen Talent-Triebwagen jetzt manuell aufrüsten.

Bei den Zügen des Meridian gibt es immer noch hoffnungslos überfüllte Abteile. Aber die ersten acht von 35 neuen Flirt-Zügen sowie die Ersatzgarnituren fahren pünktlicher. BOB-Chef Müller-Eberstein: „Ab nächsten Mittwoch wollen wir außerdem einen besonders überlasteten Morgenzug von Rosenheim nach München verstärken.

Sonderticket gilt plötzlich nicht mehr

Für zusätzliche Irritation und Verärgerung bei vielen Bahnkunden hat die Entscheidung gesorgt, dass das Werdenfels-Ticket auf der Linie Schongau-Weilheim-Geltendorf nicht mehr gilt. Eine Peitingerin will nun sogar den Landrat und den Bürgermeister einschalten.

Die heimliche Einstellung des Tickets – die Bahnkundin Ilse Ranz hat es zu spüren bekommen. Nahezu jedes Wochenende in ihrer Freizeit nutzt sie die Verbindung nach Garmisch-Partenkirchen. So auch am vergangenen Wochenende. „Da habe ich mir wie immer ein Ticket gekauft, musste aber im Zug eine böse Überraschung erleben, als der Schaffner mir eröffnete, dass das Werdenfels-Ticket nicht mehr für die Verbindung zwischen Schongau und Weilheim gilt.“

Sie habe deshalb nachzahlen müssen – mehr als zehn Euro – und war entsprechend verärgert. Florian Lehner, Vertriebsleiter bei der Regio-Bahn in Augsburg, kann den Unmut nachvollziehen. „Wir sind von der Deutschen Bahn informiert worden, dass das Werdenfels-Ticket nicht mehr auf der Strecke der Regio-Bahn gilt. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen, können nichts dagegen tun.“ Er denkt, dass die Deutsche Bahn im Zuge der Umstrukturierungen das Netz ans Bayern-Ticket angliedern wollte und keine Doppelung erwünscht gewesen sei.

Karl-Heinz Dix

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