1. tz
  2. Bayern

Bahn schikaniert 90-jährige Eisenbahnerwitwe

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Die Schaffnerin kannte kein Erbarmen (Symbolfoto) © dpa

Großkarolinenfeld - Ihr ganzes Leben lang war Katharina S. aus Großkarolinenfeld (Kreis Rosenheim) immer korrekt. Und jetzt diese Schande, gegen die sie sich einfach nicht wehren kann. Die Bahn wirft der 90-Jährigen vor, sie sei schwarzgefahren!

Das berichtet das Oberbayerische Volksblatt.

Das Drama beginnt am 13. Juni. Katharina S. will mit dem Zug von Rosenheim nach Prien, um in Aschau ihre Tochter zu besuchen. Als Eisenbahnerwitwe benutzt sie dafür – wie immer – einen ermäßigten Fahrschein. Der kostet zwei Euro. Mit Kugelschreiber trägt sie Abfahrtsort, Zielbahnhof und Datum ein – da streikt der Kuli. Das Datum ist kaum lesbar. Mit einem neuen Stift fährt sie die 3 nach, damit auch ja alles seine Richtigkeit hat. Doch im Zug bleibt der Blick der Schaffnerin an der Drei hängen. „Ein anderer Stift“ stellt sie fest. Und schlussfolgert, dass das Ticket manipuliert wurde. Katharina S. versucht zu erklären, erzählt von dem leeren Kuli – vergebens. Sie muss 44,10 Euro zahlen. „Fahrpreisnacherhebung“ heißt das im Bahnjargon. Katharina S. fällt aus allen Wolken. So viel Geld hat sie gar nicht dabei. Immerhin wird sie nicht abgeführt, sie kann die Summe überweisen. Und mit nachgelöster Fahrkarte kommt sie schließlich doch noch in Prien an. Da ist sie mit den Nerven aber völlig am Ende.

Die Familie ist entsetzt. Ihr Schwiegersohn schreibt an Bahn-Chef Grube. Ob man der Oma wirklich unterstelle, sie hätte einen Zwei-Euro-Fahrschein gefälscht, will er wissen. Grube lässt antworten, dass man bei der bisherigen Sicht der Dinge bleibe und um die Überweisung der 44,10 Euro bitte.

¿änk ju weri matsch, Deutsche Bahn! - Das "Englisch"-Wörterbuch

Strecle

Doch das wird nicht passieren. Katharina S. hat sich inzwischen selbst angezeigt. Und die ­Staatsanwaltschaft hat die Sache wegen Geringfügigkeit eingestellt. Mal sehen, was die Bahn nun macht …

KK

Auch interessant

Kommentare