Nach schlimmem Unglück kamen die Schranken

„Leider müssen oft erst solche Dinge geschehen, damit sich was ändert“

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Der Bahnübergang an der Friedhofstraße. Dort hat sich Anfang der 1990er Jahre ein schweres Zugunglück ereignet. 

Der schlimme Unfall in Schongau, bei dem am Dienstag ein Lkw-Fahrer das Rotlicht am Bahnübergang bei der Papierfabrik übersehen hat und daraufhin mit seinem Sattelzug von der Regionalbahn erfasst wurde, hat für Bestürzung in der Region gesorgt. Während in der Lechstadt nun hitzig über eine Beschrankung der Bahnübergänge diskutiert wird, ist man in Peiting in dieser Hinsicht schon seit Jahren besser aufgestellt.

Peiting – Die Eisenbahnstrecke in Peiting führt quer durch die ganze Marktgemeinde. Fünf Mal kreuzt sie auf ihrem Weg Straßen, doch dass dort ein Unglück wie in Schongau geschieht, ist so gut wie ausgeschlossen. Denn anders als in der Lechstadt werden alle fünf Bahnübergänge in Peiting mit Schranken gesichert, sobald ein Zug durchfährt. Doch wie kommt es, dass hier Praxis ist, was in Schongau bislang nur als frommer Wunsch existiert?

Um das zu ergründen, muss man die Uhr einige Jahre zurückdrehen, genauer gesagt, bis an den Anfang der 1990er Jahre. Bis dahin gab es auch in Peiting keine Schranken an den innerörtlichen Bahnübergängen. Im Gemeinderat sei das Thema zwar immer mal wieder angesprochen worden, erinnert sich Altbürgermeister Klement Sesar. Priorität habe es allerdings nicht gehabt. Bis ein Unglück plötzlich alles änderte. Sesar erinnert sich noch gut an den schrecklichen Vorfall, als ein Auto am Bahnübergang in der Friedhofstraße mit einem Zug kollidierte. Der Fahrer überlebte schwer verletzt und leidet bis heute schwer unter den Folgen des Unfalls. „Das war eine richtige Tragödie“, sagt der Altbürgermeister. „Leider müssen oft erst solche Dinge geschehen, damit sich was ändert.“

Fünf Bahnübergänge gibt es in Peiting. Alle sind mit Schranken gesichert.

Aufgrund des Unfalls habe man anschließend alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Sicherheit an den Bahnübergängen zu verbessern, so Sesar, der selbst damals die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn führte – mit Erfolg. Nach und nach wurden so alle fünf neuralgischen Querungen mit Schranken versehen. Nicht nur der Altbürgermeister ist darüber froh, auch sein Nachfolger und jetziger Rathauschef Michael Asam will den Sicherheitsgewinn nicht mehr missen. „Ich will mir gar nicht vorstellen, dass wir da keine Schranken hätten.“

Luft nach oben in Sachen Bahnsicherheit gibt es im Verantwortungsbereich der Marktgemeinde aber trotzdem noch, findet Klement Sesar. Denn auf Peitinger Flur existieren außerhalb des Orts in Richtung Hohenpeißenberg noch zwei unbeschrankte Bahnübergänge. „Da wäre es wichtig, dass man mal etwas macht.“

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