Riesn-Diskussion z Neuötting

Bairisch auf Werbeplakate: Schreibt ma des so?

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Net zum Übasehng: Auf Plakate und Litfaßsäuln hams ihr Werbung mitm niedagschriema Bairisch aufghängt.

Minga - Mia wissns ja selba: Es konn a rechts Gfrett sei, wenn ma Bairisch schreim wui. Auf dera Seitn do merk ma des ja jede Woch. No a Numma grässa – jednfois flächnmäßig – hamses mitm Dialekt jetz grod z Neuötting probiert.

Do hot nämlich Kaufland am Mittwoch an neien Lebnsmittlmarkt aufgmacht. Ois Werbung hams davor gscheit plakatiert, richtig groß. Damit d Leit aa ganz bestimmt hi­schaung, war da Text aba net Schriftdeitsch, sondan Bairisch. Und grod desweng hots jetz a große Diskussion gem – weil ma si scho frong konn: Schreibt ma des wirklich so? Aa unsre Kollegn vom Alt-Neuöttinger Anzeiger ham drüba bericht.

Da Mörtl Rudi (70) hot si mit soichane Themen scho vui beschäftigt. Er is da Vorsitzende vom Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau. Er ­moant: Des mit dene Plakate ko ma so net stehlassn. Er sogt: „Es gfreit uns ja, wenn oana Boarisch für a Werbeplakat hernimmt. Auf da andern Seitn is des oft kam mehr zum Dalesen. Es gibt koa Schriftboarisch. Jeda schreibt, wias eahm eifoit. Wenn oana Wert drauf legt, dass sei Boarisch leicht zum Lesen is, dann muaß er si mehra an de deitsche Schriftsprach oloana. Auf da andern Seitn geht do natürlich wieder vui vom Boarischen verlorn. Wiast as machst, iss verkehrt.“

Freilich, oans gibt aa da Mörtl Rudi zua: Es is Gschmackssach. Aba sei Meinung is: „I find, des is ned bsondas guad gelungen. Zum Beispui ,Herrschaftszaiddn‘: So wie die des gschriebn ham, des erinnert eher an a Soatn vo am Musikinstrument, aber net an die Zeiten. Und bei dem ,Habedieäre‘ moant ma, des hot wos mit da Ähre vom Troad z toa. Wenns ,Herrschaftszeiten‘ und ,Habe die Ehre‘ schreiben, dann is des oiwei no boarisch gnua.“

Des is de neie Filiale z Neuötting.

So oda so: Gschodt hots scheinbar net. De Kundn vom Kaufland ham si von de Plakate mitm komischn Dialekt net drausbringa lassn. „Die Eröffnung lief sehr gut“, sogt d Kübler Anja, d Kaufland-Sprecharin. Scho am erstn Dog war a Haufa los z Neuötting, vui Kundschaft war do.
Trotzdem ham si manche Leit gärgat üba de Schreibweisn. Zu dene sogt d Kübler Anja: „Wir haben uns bei der Schreibweise an die bairische Aussprache angelehnt. Es war zu keiner Zeit unsere Absicht, durch unsere Werbekampagne die Gefühle der Bayern zu verletzen.“ Und weida: „Sollte dies der Fall sein, möchten wir uns dafür entschuldigen und bitten, die Werbung mit einem Augenzwinkern zu betrachten.“ Lem und lem lassn!

Da Thieme Andi

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