Schlimmer Unfall bei Freiluft-Party

Balkon-Horror: So geht es den Männern jetzt

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Faulbach - Horror-Unfall in Faulbach bei Miltenberg: Bei einer Party ist ein Balkon vornübergekippt. Zwei Männer wurden über die Brüstung geschleudert - so geht es ihnen jetzt.

Hält der Balkon? Das fragen sich viele, wenn sie in einer größeren Gruppe auf einem stehen. Den wahren Horror erlebte eine kleine Party-Gesellschaft in Faulbach bei Miltenberg am Donnerstagabend! Zwei Männer sind verletzt worden, als ein Balkon plötzlich nach vorne kippte und sie über die Brüstung geschleudert wurden. Beide stürzten etwa zwei Meter in die Tiefe. 

Der jüngere der beiden Verletzten befindet sich auf dem Weg der Besserung und kann das Krankenhaus wohl schon bald wieder verlassen. Der zweite Mann, ein 36-Jähriger aus dem Landkreis Miltenberg, hat bei dem Sturz vom Balkon Rückenverletzungen erlitten. Wie schwerwiegend diese sind steht noch nicht fest. Die Untersuchungen im Krankenhaus sind noch nicht abgeschlossen.

Als der Balkon wegkippte, müssen sich dramatische Szenen abgespielt haben: Die übrigen sieben Personen, die mit auf dem Balkon waren, konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen oder wurden von den anderen zurück in die Wohnung gezogen.

So kam es zu dem Unfall

Kurz vor 20.30 Uhr feierten mehrere Gäste gemeinsam mit dem Wohnungsinhaber im 1. Stock eines Mehrfamilienhauses in der Faulbacher Hauptstraße die Geburt von dessen Tochter. Zu diesem Zeitpunkt standen neun Personen auf dem 3,20 Meter breiten Beton-Balkon, als dieser plötzlich von der Hauswand abriss und nach vorne wegkippte. Zwei Männer im Alter von 34 und 35 Jahren wurden über die Brüstung geschleudert und fielen daraufhin etwa zwei Meter tief in den darunter liegenden Hof. Sie erlitten bei dem Sturz mittelschwere Verletzungen und wurden nach der Erstversorgung durch einen Notarzt in Krankenhäuser nach Würzburg und Erlenbach eingeliefert. Über Art und Umfang der Verletzungen ist noch nichts näheres bekannt, Lebensgefahr besteht jedoch nicht. Die restlichen Personen konnten sich noch selbst in die Wohnung retten oder wurden von weiteren Anwesenden hineingezogen.

Nach den ersten Ermittlungen der Polizei Miltenberg, die kurz nach dem Vorfall am Ort des Geschehens eintraf, handelt es sich um einen freitragenden Balkon aus etwa 20 Zentimeter dickem Beton in der Größe 3,20 x 1,40 Meter. Er war offensichtlich an der Nahtstelle zur Hauswand abgerissen und hing nur noch an der Baustahlarmierung. Der herabhängende Balkon wurde durch die Feuerwehren Faulbach und Altenbuch mit Sprießen abgestützt, und der Hof wurde vorsorglich abgesperrt.

Korrodierter Stahl könnte schuld sein

Was genau den Abbruch des Balkons ausgelöst hat, ist noch unklar. Die Ermittlungen der Polizei Miltenberg zur Ursache dauern an. Inzwischen wurde auch die zuständige Baubehörde eingeschaltet.

„Die Hauptursache für solche Unfälle ist korrodierter Stahl“, sagt Hans-Joachim Schaub, Professor für Massivbau an der Hochschule Biberach. Im Stahlbeton, der für die meisten Balkone verwendet wird, sind Baustahlstreben eingebaut. „Durch Regen und Schnee zum Beispiel kann der Beton platzen und einreißen.“ Dadurch dringt dem Experten zufolge Feuchtigkeit ein und lässt die Stahlträger rosten, so dass sie bei hoher Belastung nachgeben können.

mm/tz

 

Balkon-Horror bei Party: Bilder

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