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„Layla“-Verbot bei Volksfest: Schlager-Radiosender spielt Song nur noch Nachts

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Von: Tanja Kipke

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Der Ballermann-Hit „Layla“ wurde vom Würzburger Rathaus wegen seines vermeintlich sexistischen Inhalts verboten, trotzdem schafft er es ins Bierzelt, wie ein Video zeigt.

Update vom 14. Juli, 10.44 Uhr: Die Seximus-Debatte um den Schlager-Song „Layla“ scheint kein Ende nehmen zu wollen. Der Radiosender „Schlager-Radio“, der bundesweit bekannt ist, zog nun ebenfalls Konsequenzen. Sender-Chef Oliver Dunk erklärte gegenüber der Bild, man habe angeregt diskutiert und beschlossen den Song ab sofort nur noch Nachts zu spielen, also nach 22 Uhr. „Es ist doch toll, dass so ernsthaft über einen Party-Schlager gestritten wird“, sagte er der Bild. „Ob es uns gefällt oder nicht: Haben wir über die Qualität eines Kunstwerks zu urteilen? Nein. Aber wir respektieren unsere Hörer. Ich bin gespannt, ob sich der Trend der Meinungen nach der aufwallenden Berichterstattung der letzten Tage noch ändert.“

Update vom 13. Juli, 20.01 Uhr: „Layla“ wird trotz Verbot im Bierzelt des Würzburger Volksfests gesungen. Allerdings nicht gespielt. Die Band hält sich raus, lässt dafür das Publikum singen, wie dieses Twitter-Video zeigt. Unsere Leser haben übrigens eine eindeutige Meinung zum „Layla“-Verbot.

Debatte um „Layla“-Verbot spaltet Bayern: Jetzt spricht ein Festwirt

Update vom 13. Juli, 15.48 Uhr: Die Debatte um den umstrittenen Song „Layla“ geht weiter. Nachdem Würzburg das Lied auf seinem Volksfest untersagte, folgte auch die Düsseldorfer Kirmes (siehe voriges Update). Der Schützen-Chef wollte das Lied auf seinem Festplatz nicht haben. Festwirt Christian Fahrenschon, der zahlreiche Volksfeste in der Region Rosenheim, Penzberg, Bad Tölz-Wolfratshausen bestückt und Ende Juli den Waldsommer in der Stadt Geretsried ausrichtet, sieht das anders.

Er könne die Debatte nicht verstehen, meint er. „Ich höre da nichts Frauenfeindliches raus.“ Das verwendete Vokabular ist seiner Meinung nach im Sprachgebrauch und im Alltagsleben in der heutigen Zeit etwas ganz Normales. Ein Verbot des Lieds auf dem Waldsommer werde es nicht geben. „Ich mische mich nicht in das Programm einer Musikkapelle ein“, so Fahrenschon. „Das ist ihr künstlerischer Freiraum.“

Ballermann-Hit „Layla“: Zweite deutsches Volksfest verbietet Song

Update vom 13. Juli, 10.18 Uhr: Nach Würzburg zieht nun auch eine weitere deutsche Stadt wegen des umstrittenen Partysongs „Layla“ Konsequenzen. Auch auf der anstehenden Kirmes in Düsseldorf soll das Lied nicht gespielt werden. Eine entsprechende Entscheidung haben die Veranstalter vom Schützenverein St. Sebastianus getroffen. „Ich bin der Meinung, dass dieses Lied überall hingehört - nur nicht auf unseren Festplatz“, sagte Schützen-Chef Lothar Inden der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die Stadt Düsseldorf wegen „Layla“ bei den Veranstaltern vorgesprochen.

Nachdem die Schützen zugesagt hätten, dass das Lied in Festzelten und Fahrgeschäften unterbunden werden soll, habe man vonseiten der Stadt keinen Anlass für ein Verbot gesehen, so eine Sprecherin. Man habe als Verwaltung dafür aber „auch keine Rechtsgrundlage“ gesehen.

Umstrittener Ballermann-Hit „Layla“: Rapperin Sookee unterstützt Verbot

Update vom 13. Juli, 10 Uhr: Zahlreiche Personen haben sich bereits zur - mittlerweile bundesweiten - Debatte über das Verbot des Schlager-Hits „Layla“ auf dem Würzburger Kiliani-Volksfest zu Wort gemeldet. Auch Bundesjustizminister Buschmann äußerte sich via Twitter (siehe voriges Update). Anders als der Minister befürwortet Rapperin Sookee das Verbot des Songs.

„Wie wenig Anspruch hat eine Gesellschaft an sich selber, dass sie die Kunstfreiheit bemühen will, als hohes Gut, um so einen Song zu rechtfertigen und zu schützen?“, sagte sie im Interview mit dem Radiosender Bayern 2. Das Lied sei diskriminierend und es werde in dem Liedtext „gesellschaftlich nach unten getreten“.

Nach Verbot von Schlager-Hit: Bundesjustizminister hält Entscheidung für übertrieben

Update vom 13. Juli, 6.29 Uhr: Die Debatte um „Layla“ zieht inzwischen bundesweit Kreise. Selbst der Bundesjustizminister hat nun seine Sicht der Dinge dargelegt. „Man muss Schlagertexte nicht mögen. Man kann sie sogar doof oder geschmackslos finden“, erklärte Marco Buschmann via Twitter. Die in Würzburg getroffene Maßnahme (siehe unten) halte er jedoch für übertrieben. Den Volksfest-Hit behördlich zu verbieten, sei ihm „eins zu viel“, hieß es vonseiten des FDP-Politikers.

Update vom 12. Juli, 16.02 Uhr: Nach der öffentlichen Aufregung um den Schlager-Hit „Layla“ äußerte sich nun auch der Interpret selbst. DJ Robin kann die Kritik nicht verstehen, in dem Lied gebe es keinen Sexismus. „Früher haben die Leute „Skandal im Sperrbezirk“ gesungen oder „Wir fahren in den Puff nach Barcelona““, zitiert ihn die Bild. „Also so ganz können wir die Diskussion nicht verstehen. Es kann jeder seine Meinung haben, aber in jedem Deutsch-Rap-Lied sind die Texte schlimmer. Da regt sich kein Mensch auf.“

Sexismus-Vorwürfe in Songtext von „Layla“: Experten positionieren sich klar

Update vom 12. Juli, 12.20 Uhr: Der Song „Layla“ soll auf dem Kiliani-Fest in Würzburg nicht laufen. Eine Stadträtin Würzburgs äußerte bereits Kritik nach der Entscheidung der Stadt, für sie sei das Lied nicht sexistisch (siehe voriges Update). Der Direktor des Zentrums für Populäre Kultur und Musik an der Universität Freiburg, Michael Fischer, sieht das anders: „Natürlich ist das Lied sexistisch“, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

In dem Song werde eine Frau namens Layla beschrieben und „in sexistischer Weise besungen, und das Video unterstützt das natürlich auch in seiner Bildsprache.“ Dass die Protagonistin des Clips offensichtlich ein Mann in High Heels, schwarzem Minirock und mit blonder Perücke ist, ändere nichts am Charakter des Liedes. Dies sei jenseits von Ironie oder Transaspekten. „Das ist einfach ein sexistischer Song.“ Auch der Musikwissenschaftler Markus Henrik bezeichnete den Song als „hochgradig sexistisch“.

Nach Verbot von Ballermann-Hit „Layla“ auf Volksfest: Würzburger Stadträtin äußert sich

Update vom 12, Juli, 11.07 Uhr: Nachdem Würzburg den Schlager-Hit „Layla“ auf dem Kiliani-Volksfest verboten hat (siehe Erstmeldung), gibt es schon die erste Kritik an der Entscheidung. Die jüngste Stadträtin Würzburgs, Rena Schimmer (Junge Union), wehrt sich gegen das Verbot, wie der BR berichtet. „Für mich ist das subjektiv kein Sexismus, dementsprechend habe ich kein Problem damit“, sagt sie. Der Songtext sei durch die Kunstfreiheit gedeckt. Sie kritisiert auch, dass die Entscheidung nicht im Stadtrat besprochen wurde und stelle einen entsprechenden Antrag , um zu erfahren wie es dazu kam.

Erstmeldung vom 11. Juli: Würzburg – „Ich hab‘ ´nen Puff und meine Puffmama heißt Layla“, lautet der Refrain des Schlager-Hits „Layla“, von DJ Robin & Schürze, der aktuell die Liste der deutschen Single-Charts anführt. Und das schon seit gut drei Wochen. Wegen des Liedtextes geriet der Song jedoch schon reichlich in die Kritik.

„Sie ist schöner, jünger, geiler“, heißt es im Refrain weiter. Bundesweit entbrannte eine Debatte, da es in dem Text um eine Prostituierte geht. Musikwissenschaftler Markus Henrik bezeichnete den Song gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) als „hochgradig sexistisch“.

Ballermann-Hit sorgt für Sexismus-Debatte: Würzburg verbietet Song auf Volksfest

Am Ballermann, auf Festivals und auch auf Volksfesten dient der Song vor allem bei jungen Leuten als Stimmungshit und es wird kräftig mitgegrölt. Die Stadt Würzburg will da wohl nicht mitspielen und setzt ein Zeichen. Sie verbietet den Song kurzerhand auf dem städtischen Volksfest.

Einem Bericht der Mainpost zufolge hat Würzburg das Abspielen des Schlagers „Layla“ auf dem Kiliani-Volksfest in der Stadt verboten. „Es wird sichergestellt, dass das Lied künftig nicht mehr gespielt wird“, zitiert die Zeitung in ihrer Dienstagausgabe einen Sprecher der Stadt. Hintergrund sei der von Kritikern als sexistisch empfundene Liedtext.

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Nicht nur Schlager-Song „Layla“ ist in Würzburg verboten

Die Stadt Würzburg hatte bereits mit den Volksfest-Betreibern eine Vereinbarung geschlossen, dass das umstrittene „Donaulied“ - dessen Text sich um eine Vergewaltigung dreht - nicht mehr gespielt werden darf. Die Vereinbarung umfasse alle Liedtexte, die rassistische oder sexistische Inhalte haben, berichtet die Zeitung. Nun dürfe auch „Layla“ auf dem Fest nicht mehr gespielt werden. (tkip mit dpa)

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