Ludwig Schick sprach sich gegen Fremdenhass aus

Bamberger Erzbischof erhält täglich Hasskommentare und Todesdrohungen

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Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat ebenfalls Drohungen bekommen.

Bamberg - Hasskommentare auf Facebook, Todesdrohungen per E-Mail: Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, bekommt täglich solch heftige Nachrichten. Die Polizei nimmt sich nun der Verfolgung der Urheber an.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der immer wieder gegen Fremdenhass Stellung bezieht, bekommt Morddrohungen. Schon seit Ende 2014 erhalte er Hasskommentare auf Facebook oder werde in anonymen E-Mails beschimpft und bedroht, sagte eine Bistumssprecherin am Mittwoch. Damals hatte sich Schick in einem Kommentar klar von der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung distanziert.

Die Sprecherin bestätigte einen Bericht des Bayerischen Rundfunks. In einem Interview der „Nürnberger Nachrichten“ hatte der katholische Erzbischof bereits Anfang der Woche gesagt: „Von rechten Gruppen erhalte ich heftige Kritik, bis hin zu Todesdrohungen.“

Die vereinzelten Morddrohungen seien jedoch nie konkret gewesen, sagte die Sprecherin. Der Bischof wolle sich auch nicht dazu äußern, um dem Ganzen nicht noch mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. In zwei Fällen gab das Bistum die Fälle an die Polizei weiter. So hieß es etwa in einem öffentlichen Facebook-Kommentar: „Bischof Schick, Dich erwartet der Strick.“ Die Verfolgung der Urheber sei jedoch schwierig, weil diese oft im Ausland säßen.

Hasskommentare, oft auch mit Aufrufen zu Gewalt verbunden, gebe es inzwischen fast täglich - vor allem, wenn sich der Bischof zu Flüchtlingsthemen geäußert habe. Großes Kopfzerbrechen bereitet den Bistums-Mitarbeitern auch ein gefälschtes Zitat, das seit vergangenem Sommer im Internet kursiert. Wer bei Pegida mitmache, den erwarte das Höllenfeuer, soll Schick demnach erklärt haben. So etwas habe er aber nie gesagt, wie sein Sprecher versichert. Dieser falsche Facebook-Eintrag stachele immer wieder Menschen zu Drohungen an.

Erst Anfang der Woche hatte der Zornedinger Pfarrer die Gemeinde verlassen, weil er dort Morddrohungen erhalten hatte.

dpa

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