Er wurde zum Hit im Netz

Lustiger Flugbegleiter: Air Berlin droht mit Rausschmiss

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Bernd Löwisch bei der Arbeit.

Bamberg - Der Bamberger Bernd Löwisch ist Flugbegleiter aus Leidenschaft und erntet am Ende seiner Ansagen sogar Applaus. Denn: Kaum jemand amüsiert die Fluggäste so wie er. "Air Berlin" gefällt das allerdings gar nicht.

Der 32-jährige Bernd Löwisch aus Bamberg macht seinen Beruf aus Leidenschaft, das spürt man. Er ist Flugbegleiter bei Air Berlin und wenn er die Sicherheitshinweise vorliest, bleibt kein Auge trocken. Jetzt hat ihn ein Passagier dabei gefilmt und das Video ins Netz gestellt - der Burner. Bisher hat der fröhliche Franke schon 200.441 Aufrufe bei YouTube. Das sollte ihm zum Verhängnis werden.

Ín Scharf: Bernd Löwisch.

Erwischt hat es Bernd Löwisch auf dem Flug am 23. Mai von Hamburg nach München. Die Kamera ist von einem Sitz auf ihn gerichtet, als er zum Mikro greift. In charmanter Weise stellt er sich vor: "Mein Name ist Bernd Löwisch aus Bamberg. Ich bin der verantwortliche Flugbegleiter." Soweit - so normal. Doch dann geht's los mit dem ungewöhnlichen Unterhaltungsprogramm. Das Flugzeug ist nicht nur eine Maschine, nein. Die Dash 8Q-400 bezeichnet Löwisch als "leidenschaftliche Vollblutkanadierin". Ähnlich charmant stellt er auch seine "blonde" Kollegin vor, die später noch den Schwimmwesten-Tanz aufführen wird.

Keine Gnade gibt es für alle Fluggäste, die ihr Handy nicht ordnungsgemäß ausschalten. "Zuwiderhandlungen werden mit der Wegnahme des Geräts und dem Versteigern auf Ebay bestraft." Die Passagiere lachen und Löwisch kontert: "Ja, noch lachen Sie."

Kurioses zwischen Himmel und Erde

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Wunderbar auch der Übergang zu den Sicherheitstipps: "Sollte der Air-Berlin-Service heute Abend nicht Ihrem Standard entsprechen, haben Sie insgesamt vier Möglichkeiten, unser Flugzeug fluchtartig zu verlassen", fährt er fort. "Wir haben hinten zwei Notausgänge und - halten Sie sich fest - ganz große Überraschung, vorne zwei Notausgänge. Yeah. Formvollendete Leuchtstreifen am Boden führen Sie mit dem nötigen Selbsterhaltungstrieb zum nächstgelegenen Notausgang."

Hier geht's zum Video

Die Aufmerksamkeit ist ihm nun endgültig sicher. Am Ende seiner Ansage gibt es Applaus. Und eins ist klar: Der fröhliche Franke hat Potenzial zum Kult-Flugbegleiter. Wer braucht denn da noch Filme als Unterhaltungsprogramm?

Air Berlin äußert sich auf Facebook-Seite

Offenbar gefällt Löwischs Auftritt nicht allen. Sein Arbeitgeber Air Berlin soll ihn abgemahnt und mit Kündigung gedroht haben, das geht aus den Kommentaren auf der Facebook-Seite der Fluggesellschaft und Medienberichten hervor. Bernd Löwisch selbst äußert sich zu der Sache nicht.

Mittlerweile hat Air Berlin jedoch in einem eigenen Post dazu Stellung bezogen: "Das freundliche Auftreten unserer Flugbegleiter ist für uns ein sehr wichtiger Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Wir freuen uns natürlich sehr, wenn unsere Flugbegleiter bei unseren Gästen in positiver Erinnerung bleiben. Flugbegleiter sind jedoch vorrangig für die Sicherheit und das Wohlergehen der Passagiere an Bord verantwortlich. Hiermit verbunden sind natürlich auch sicherheitsrelevante Informationspflichten der Fluggesellschaften gegenüber ihren Fluggästen, die über rechtlich geprüfte und standardisierte Ansagen vor jedem Abflug bekannt gegeben werden. Eine von diesen Standards deutlich abweichende Ansage kann zu Sicherheitsrisiken führen. Als Fluggesellschaft sind wir verpflichtet, diese in jedem Fall zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund wurde ein Gespräch mit Herrn Löwisch geführt. Wir können versichern, dass der Kollege in jedem Fall seinen Arbeitsplatz behalten und weiterhin für angenehme Aufenthalte an Bord sorgen wird."

Darüber dürften sich die Fluggäste freuen. Applaus.

Kathrin Garbe

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