Behörden machen Schwerpunkt aus

Fälle ähneln sich massiv: Banken-Bomber-Hotspot in Franken? „Das sind absolute Profis“

Lauter Knall mitten in der Nacht: Unbekannte sprengen Geldautomaten
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In Schlüsselfeld hinterließen die unbekannten Täter eine Spur der Verwüstung.

In Schlüsselfeld sprengten Unbekannte einen Geldautomaten und flüchteten in einem dunklen Audi. Es ist ein weiterer Fall in einer Serie von Sprengungen - ist es eine Bande?

Schlüsselfeld - In Schlüsselfeld (Landkreis Bamberg*) sprengten Unbekannte am Montag, 11 Oktober, den Geldautomaten einer Bankfiliale. Eine sofortige Fahndung der Polizei verlief laut einer Mitteilung der Polizei Oberfranken ergebnislos. Anwohner hatten gegen 4.30 Uhr einen lauten Knall gehört. „Durch das Einleiten von Gas in den Geldautomaten und der anschließenden Zündung des Gas-Luft-Gemisches, gelangten nach bisherigen Erkenntnissen drei Männer an die darin befindlichen Geldkassetten“, heißt es weiter. Bei den Verdächtigen handelte es sich um drei vermummte und dunkel gekleidete Männer. Sie sind jeweils circa 170 bis 180 Zentimeter groß.

Die Verdächtigen flüchteten mit einem dunklen Audi (vermutlich ein A6) in nordöstliche Richtung. Durch die Wucht der Explosion entstand ein Gesamtschaden von mindestens 100.000 Euro. Es wurde nicht nur das Bankgebäude samt Inneneinrichtung in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch eine benachbarte Bäckerei. Die Verdächtigen erbeuteten laut Polizei Bargeld im hohen fünfstelligen Bereich.

Nach Sprengung von Geldautomat in Schlüsselfeld - Polizei bittet um Hinweise

  • Wer hat am Montag gegen 4.30 Uhr auffällige Beobachtungen am Marktplatz und Umgebung gemacht?
  • Wer kann Hinweise zu dem dunklen Audi und/oder dessen Insassen geben?
  • Wem sind bereits in der Zeit vor der Tat verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Umfeld der Bankfiliale aufgefallen?

Explosion in Schlüsselfeld: Täter sprengen Geldautomaten

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Geldautomaten-Sprengung in Schlüsselfeld kein Einzelfall - Viele Fälle in Franken

Ist die Sprengung des Geldautomaten in Schlüsselfeld gar kein Einzelfall sondern die Tat einer Bande? Wie infranken.de berichtet, gab es innerhalb von nur zwei Jahren in Franken bereits mehr als zehn solcher Fälle - und viele davon weisen Gemeinsamkeiten auf.

Dem Bericht zufolge gab es in Issigau (Landkreis Hof*) am 1. Mai 2020 eine Geldautomatensprengung. Die Unbekannten konnten in einem dunklen Audi A6 Kombi flüchten. In Ebensfeld (Landkreis Lichtenau) sprengten mehrere vermummte Männer am 17. Juni einen VR-Bank-Geldautomaten. Die Verdächtigen flüchteten in einem dunklen Audi, wohl in Richtung Nordosten. Vermutet wurde ein Gummersbacher Kennzeichen (GM, Nordrhein-Westfalen)

Auch bei Fällen in Zapfendorf (Landkreis Bamberg) und Heroldsberg (Landkreis Erlangen-Höchstadt*) im November beziehungsweise Dezember 2020 sollen die Unbekannten in einem dunklen Wagen geflohen sein, wie infranken.de berichtet. Bei letzterem Fall soll das Kennzeichen des Audis aus Neuwied (Rheinland-Pfalz) gestammt haben. Ähnliche Fälle gab es auch in Allersberg (Landkreis Roth) am 26. März 2021 und in Kemmern (Landkreis Bamberg) am 1. Juni 2021.

Geldautomaten-Sprengungen in Franken: Audi als Fluchtwagen - Flucht nach Nordosten

Gemeinsam haben viele der Fälle, dass ein dunkler Kombi beteiligt sein soll, oft wird von einem Audi A6 berichtet. Die Verdächtigen kommen häufig zu dritt, in mehreren Fällen gehen die Beamten davon aus, dass die Unbekannten über die A73 in nordöstliche Richtung verschwunden sind. Außerdem sind laut infranken.de bei allen Fällen Filialen der Volksbanken Raiffeisenbanken betroffen. Ist also vielleicht eine professionelle Bande dafür verantwortlich?

Nach der Sprengung eines Automaten in Hilpoltstein hatte der Geschäftsleiter der Bank einen ähnlichen Verdacht. Gegenüber infranken.de sagte er damals: „Das sind absolute Profis.“ Das Polizeipräsidium Oberfranken sagte dem Portal, dass man derzeit „in alle Richtungen“ ermittle. Die Sprecherin gab aber auch zu, dass es schwierig sei, die Verdächtigen zu fassen, „weil es unzählige Geldautomaten gibt und es kaum absehbar ist, wann wo jemand zuschlägt.“

Geldautomaten-Sprengungen: Schwerpunkt in Franken

Die Behörden sehen Franken offenbar mittlerweile als Schwerpunkt der Geldautomaten-Sprengungen. Das geht aus einem Bericht des Bayerischen Rundfunks hervor. Eine eindeutige Tätergruppe habe das LKA jedoch noch nicht ausmachen können, diese würden sich immer wieder neu zusammensetzen. Mal seien es nur zwei Beteiligte, mal drei oder sogar vier. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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