Stadtrat stimmt Bauantrag zu 

Ehemaliges Hotel wird doch noch zum Flüchtlingsheim

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Das ehemalige Hotel steht nun seit zwei Jahren leer. Den Umbau zum Flüchtlingsheim hat der Stadtrat jetzt bewilligt. 

Der Pachtvertrag läuft seit fast zwei Jahren. So lange plant das Landratsamt schon, das Bastenhaus zum Flüchtlingsheim zu machen. Jetzt endlich geht’s auf die Zielgerade.

Tegernsee– Das ehemalige Hotel Bastenhaus in Tegernsee wird zum Flüchtlingsheim. Eine Nachricht, die im Frühjahr 2016 überraschte. Geschehen ist lange nichts. Jetzt endlich stand der Bauantrag des Landratsamtes im Tegernseer Stadtrat zur Abstimmung. Der Umbau kann beginnen.

Thomas Mandl (SPD) war daran gelegen, die lange Verhandlungsphase zu erklären: „Durch das Hin und Her darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Flüchtlinge Schuld sind.“ Ursächlich war etwas anderes: Die Stadt sorgt sich, dass der Hotelkomplex direkt am See am Ende einer Wohnanlage weicht. Sie will, dass die Immobilie nur vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft dient und danach wieder zum Hotel wird. Um das sicherzustellen, war der Rat von Juristen gefragt. Inzwischen steht das Vertragswerk. Die Nutzung als Flüchtlingsheim ist nur bis zum 31. Mai 2026 genehmigt. So lange läuft der Pachtvertrag, den das Landratsamt Miesbach als verlängerter Arm der Regierung von Oberbayern mit den Eigentümern des Bastenhauses geschlossen hat.

Vor allem wegen des Brandschutzes sind Umbauten nötig, die nun beginnen sollen. Vorgesehen ist unter anderem eine Fluchttreppe aus Stahl. Im Erdgeschoss sind Gemeinschaftsräume geplant, in den oberen Stockwerken Wohnräume.

Laut Sophie Stadler, Stellvertretende Pressesprecherin der Behörde, prüft nach dem Beschluss des Stadtrates nun das Staatliche Bauamt am Landratsamt den Antrag. Es folge die Ausschreibung, meint Stadler, dann sollte der Umbau zügig starten. Eine belastbare Kostenschätzung dafür liege noch nicht vor. „Wir sind aber zuversichtlich, jetzt die Weichen für den Umbau und die zeitnahe Nutzung stellen zu können“, erklärt Stadler.

Einen Termin für den Einzug gibt es dem zufolge nicht. Noch nicht klar ist auch, wie viele Geflüchtete Platz finden. „Ungefähr 40 bis 60 Personen können dann im Haus untergebracht werden, wobei die letztendliche Zahl abhängig von der Raumeinteilung ist“, meint Stadler. Die grundsätzliche Baustruktur des Hotels bleibe nach derzeitigem Kenntnisstand erhalten. So könnten beispielsweise Familien in den ehemaligen Appartements wohnen. Dies hänge aber auch von den Personen ab, die als Bewohner in Frage kommen. Aktuell wohnen etwa 750 Flüchtlinge im Landkreis Miesbach, einige sind in extra angemieteten Containern untergebracht. „Ziel ist es, einen Teil der Personen ins Bastenhaus zu verlegen“, berichtet Stadler. Wenn Container abgebaut werden können, entfallen auch die Mietkosten.

Für das Bastenhaus zahlt der Freistaat schon lange. Der Pachtvertrag läuft seit Juni 2016, die monatliche Pacht beträgt 10 000 Euro. Bei Vertragsschluss, erinnerte Bürgermeister Hagn im Stadtrat, war die Landkreis-Turnhalle in Tegernsee mit 200 Flüchtlingen belegt. Anwohner beschwerten sich, die Halle fehlte der Schule und den Sportlern. Das erklärt, warum die Entscheidung, das Bastenhaus zu pachten, schnell fiel. Inzwischen hat sich die Situation beruhigt. „Wenn wir eine Glaskugel hätten“, sinnierte Hagn, „wären wir alle die besten Politiker. Aber die hat halt keiner.“

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