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Der Tote aus dem Eis und das lange Warten seiner Schwester

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Von: Johannes Welte

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Rudi Moder bei einer Bergtour in den Alpen. Von einer Skitour in den Rocky Montains kehrte er nicht mehr lebendig zurück-
Rudi Moder war ein erfahrener Bergsteiger und Skitourengeher © privat

Rudi Moder wurde 1983 bei einer Skitour von einer Lawine in den Tod gerissen. Obwohl seine sterblichen Überreste voriges Jahr entdeckt wurden, fand immer noch keine Beisetzung statt.

Elfriede Moder-Frei aus Friedberg bei Augsburg verlor 1983 ihren Bruder in einer Lawine in den USA. Er hatte eine Skitour in den Rocky Mountains unternommen. Erst voriges Jahr wurden seine sterblichen Überreste entdeckt. Die Heimführung und Bestattung von Rudi Moser konnte aber immer noch nicht stattfinden. Denn für die US-Behörden ist der Fall noch nicht abgeschlossen.

Elfriede Moder-Frei vor dem Friedhof in ihrer Heimatstadt Friedeberg bei Augsburg, wo sie bereits ein Urnengrab für ihren Bruder Rudi gekauft hat
Elfriede Moder-Frei möchte endlich ihren Bruder in Friedberg bestatten © Annette Zoepf

Bayern: Rudi Moderer starb 1983 bei Lawinen-Unglück in den Rocky Mountains

Rudi Moder war 27, als er sich 1983 von seiner Schwester und den Eltern verabschiedete. „Er wollte ein halbes, dreiviertel Jahr in den USA bleiben“, erinnert sich Elfriede Moder-Frei. Sie und ihr Bruder hatten damals in München Lehramt studiert, er hatte sein Examen in der Tasche und wollte etwas von der Welt sehen. „Er hatte einen Freund in Fort Collins, Colorado, den er besuchte“, erzählt die 64-Jährige. Von dort aus wollte er eine Skitour zum Thunderpass unternehmen, drei Tage lang sollte die Tour dauern.

In einem Lawinenkegel suchten Rettungskräfte im Nationalpark Rocky Mountains 1983 nach dem Toten
Ein Suchtrupp fahndet 1983 am Thunderpass nach Rudi Moder © Rocky Mountain National Park

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Am 13. Februar brach er dazu auf, es wurde eine Tour ohne Wiederkehr. Eine Nassschneelawine muss ihn überrascht haben. Sein Freund Hans meldete Rudi als vermisst. Die US-Behörden starteten im Rocky Mountain-Nationalpark eine große Suchaktion. Man fand seine Brotzeit-Box und seinen Schlafsack. Rudi Moder selbst fanden die Einsatzkräfte nicht. Nach vier Tagen wurde die Suche abgebrochen. Danach hörte die Familie nichts mehr. Elfriede Moder-Frei wurde Lehrerin. Sie war nach einer Knie-OP vergangenen Oktober in Augsburg auf Reha, als ihr Sohn anrief. Er berichtete ihr von einem Anruf des FBI. Sterbliche Überreste ihres Bruders seien entdeckt und identifiziert worden.

„Das ungeklärte Schicksal meines Bruders hatte uns alle sehr belastet“

Schon im Sommer 2020 war ein Wanderer am Thunderpass auf menschliche Knochen gestoßen. Ein Waldbrand und ein anschließender heftiger Wintereinbruch verhinderten weitere Suchaktionen. Im Sommer 2021 entdeckten Parkranger dann Skier, Stöcke, Skischuhe und andere persönliche Gegenstände von Rudi Moder. Anhand eines Zahnschemas konnten die sterblichen Überreste identifiziert werden. „Mir ist natürlich klar gewesen, dass mein Bruder damals ums Leben gekommen sein muss, doch die Nachricht wühlte mich enorm auf“, erinnert sich Moder-Frei. „Das ungeklärte Schicksal meines Bruders hatte uns alle sehr belastet.“

Sie organisierte ein Urnengrab für ihren Bruder und hoffte auf eine schnelle Bestattung. Doch die US-Behörden müssen erst noch ihre Pflichten erledigen, bevor sie die sterblichen Überreste freigeben werden. „Für das FBI ist der Fall nicht abgeschlossen, da die Knochenfunde bislang offenbar keine eindeutige Todesursache ergeben.“ Im Sommer wollen die US-Behörden noch einmal nach Skelettteilen suchen. Moder-Frei hofft, dass die Amerikaner fündig werden, ihre Ermittlungen abschließen und die Überführung stattfinden kann: „Ich möchte einfach, dass Rudi nach Friedberg kommt, beerdigt werden kann und seine Ruhe findet.“

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