Riesenbau in Saudi Arabien

Bayerische Firma baut Fundament für Rekord-Turm

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Elf Monate werkelten die Experten der Firma Bauer in Dschidda, um die Pfähle im Boden zu versenken.

Schrobenhausen - Eine Firma aus Schrobenhausen hat das Fundament für einen Monster-Turm in Saudi-Arabien erstellt. Das höchste Bauwerk der Welt wird von Grund auf bayerisch!

Es gibt Bauwerke, bei deren Anblick man nur mit offenem Mund staunen kann: Der Kingdom Tower in Saudi-Arabien wird ohne Frage solch ein Wunderwerk. Tausende Bauarbeiter werkeln gerade an dem Monster-Turm, der unfassbare 1007 Meter hoch werden wird. Ja, über einen Kilometer wird das Gebäude in den Himmel ragen. Jetzt mögen Sie sich fragen: „Interessant, aber warum steht das im Bayern-Ressort?“ Ganz einfach: Weil eine Firma aus Schrobenhausen das Fundament für den Monster-Turm gerade fertiggestellt hat. Das höchste Bauwerk der Welt wird von Grund auf bayerisch!

Die Firma Bauer AG wurde beauftragt, sich darum zu kümmern, dass der Kingdom Tower nie umkippen wird. Wie man zu so einem Auftrag von den Scheichs kommt? „Es gab eine Ausschreibung, und wir haben uns einfach beworben“, erklärt Firmensprecher Christopher Wolf gegenüber der tz. Nun muss man wissen: Die Schrobenhausener haben weltweit 50 Filialen und gelten als führende Firma, wenn es um Spezialtiefbau geht (der Jahresumsatz 2013 betrug 1,4 Milliarden Euro).

Dennoch ein Riesendeal – und eine Riesenaufgabe: Wie sichert man ein Gebäude, das 1007 Meter in den Himmel ragt? „Wir sind vor gut zwölf Monaten mit 100 unserer Arbeiter nach Saudi Arabien gereist“, erzählt Wolf. Dann wurde gebohrt wie wild: 270 Pfähle (!) wurden in der sandigen Wüstenerde versenkt. „Diese Pfähle sind aus Beton und zum Teil über 110 Meter lang, haben einen Durchmesser von bis zu 1,8 Meter .“

Ähnlich wie ein Zahn mit ganz vielen Wurzelsträngen soll das Konstrukt den Turm halten. „Und wir mussten bohren, bis wir auf Fels stießen, damit das Ganze auch ewig Bestand hat“, so der Experte. Für den Wahnsinns-Auftrag entwarfen die Schrobenhausener sogar einen Extra-Bohrer, der über 100 Meter in den Boden ragt. „Da wurden an der Spitze dann auch Industrie-Diamanten eingesetzt.“

Vor wenigen Wochen wurden die Bayern mit ihrer Arbeit in Dschidda fertig. „Jetzt sind die anderen dran, auf unserer Fundament aufzubauen“, sagt Wolf. Eine Frage brennt bei so einem Auftrag noch unter den Nägeln: Wie viel verdient man denn mit so was? Klar, dazu wollten die Schrobenhausener jetzt nix sagen. Aber nur zum Vergleich: Der Kingdom Tower wird insgesamt 1,15 Millarden Dollar kosten.

age

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