Probleme mit Fahrzeugen und Personal

"Meridian"-Pannen: Zeil wird langsam nervös

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35 Züge des Meridian – 28 Sechsteiler, sieben Drei-Teiler – hat Veolia bestellt. Doch noch gibt es keine Zulassung.

München/Rosenheim – Ab Dezember soll die Bayerische Oberlandbahn (BOB) einige Bahnstrecken mit neuen Triebwagen unter dem Namen "Meridian" übernehmen. Doch der pünktliche Start ist mehr als fraglich.

Mitte Dezember soll die Bayerische Oberlandbahn auch die Strecken nach Rosenheim, Salzburg und Kiefersfelden bedienen – mit neuen Zügen unter den Namen „Meridian“. Sie hatte die Ausschreibung gegen die Deutsche Bahn gewonnen. Doch reibungslos wird der Wechsel wohl nicht vonstatten gehen.

Ein Problem sind die Fahrzeuge. Der französische BOB- und Meridian-Eigentümer Veolia bestellte 35 Züge des Typs Flirt vom Hersteller Stadler. Doch zugelassen sind die Fahrzeuge noch nicht – und langsam läuft die Zeit davon. Mindestens vier Monate Bearbeitungszeit sind notwendig, sagte ein EBA-Sprecher gegenüber der tz. Eine langwierige Extra-Prüfung ist außerdem für Mehrfach-Traktionen notwendig – also das Aneinanderkuppeln einzelner Triebzüge. Zwar versichert BOB-Geschäftsführer Alex Sondermann, er gehe davon aus, dass „die bestellten Fahrzeuge wie vertraglich vereinbart rechtzeitig vor Betriebsaufnahme zur Verfügung stehen“. Im Herbst soll es Testfahrten auf den Rosenheimer Strecken geben. Doch hat Sondermann vorsorglich bei der Deutschen Bahn vorgefühlt, ob denn nicht die alten Fahrzeuge weiter zur Verfügung stehen könnten. Zwei Wendezüge hat die DB zugesagt, für einen dritten Zug läuft die Prüfung. Mehr kann die Deutsche Bahn wohl gar nicht hergeben, denn sie hat selbst Probleme – die Rosenheimer Züge werden dringend im Werdenfels und im Allgäu benötigt.

Probleme gibt es auch beim Personal

Auch Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), verantwortlich für die Bahnpolitik, wird langsam nervös. Er hat Hersteller Stadler und das EBA schriftlich aufgefordert, den Zulassungsprozess zu beschleunigen. Offiziell fällt die Kritik noch gedämpft aus: „Wir beobachten die Lage sehr genau“, erklärt Fritz Czeschka von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, die dem Wirtschaftsministerium untersteht.

Probleme gibt es auch beim Personal – mehrere leitende Mitarbeiter sollen wieder abgesprungen sein – und bei der notwendigen Werkstatt. Der dauerhafte Standort München-Giesing (Ständlerstraße) wird erst Mitte 2015 verfügbar sein. Eine Ersatz-Werkstatt unter einem Zelt (!) in Freilassing verzögert sich, so dass Sondermann jetzt sogar eine Auslagerung der Reparaturen nach Regensburg ins Spiel bringt.

Rückschlag beim geplanten dritten Gleis zwischen Freilassing und Salzburg

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