Im 007-Jet

Bayerischer Red-Bull-Pilot stürzt in den Tod

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Guido Gehrmann wurde mit 23 Jahren Weltmeister im Drachenfliegen. Schon damals mit dabei: Sponsor Red Bull

Traunstein - Guido Gehrmann war einer der besten Piloten Deutschlands und flog für das Red-Bull-Team. Jetzt ist der Bayer aus dem Raum Traunstein im 007-Jet tödlich verunglückt. 

Sie gehören zu den besten Piloten der Welt: Die Flying Bulls – das Flugteam von Red Bull. Egal, ob Loopings, Sturzflüge oder waghalsige Kopfüber-Manöver – diese Flugasse beherrschen alles. Guido Gehrmann war einer von ihnen. Doch nun trauert die ganze Flug-Elite um den hilfsbereiten Mann aus dem Raum Traunstein. Der 38-Jährige stürzte mit einem Microjet vom Typ Bede 5 (jenes Flugzeug, in dem einst James Bond bei den Filmaufnahmen zu Octopussy saß) tödlich ab.

Es ist Mittwochnachmittag, kurz vor 16 Uhr, als die Tragödie ihren Lauf nimmt: Guido Gehrmann, der hauptberuflich Pilot bei der Lufthansa in München ist, befindet sich auf dem Rückflug von einer Flugvorführung im Zillertal. Dann beginnt die Maschine plötzlich zu stottern. Triebwerksprobleme! Guido setzt einen Funkspruch ab, erklärt, dass er Probleme mit der Maschine hat. „Ich muss notlanden!“ Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder in Innsbruck (noch eine weite Stecke zu fliegen) oder direkt auf der Inntal-Autobahn: Letztere wird wenig später von der Polizei gesperrt, um eine Notlandung zu ermöglichen.

Aber es kommt alles anders: Guido schafft es nicht mehr bis zu der provisorischen Landebahn, zu unruhig liegt der BD-5-Microjet schon in der Luft. Schließlich versucht der erfahrene Pilot, auf einem Feld zwischen Baumkirchen und Mils notzulanden, wobei er sogar beinahe mit einem Auto kollidiert. Doch das Manöver misslingt: Das Flugzeug schießt über die steinige Wiese und zerschellt an einem Hang neben der Bundesstraße, in der Nähe eines Hauses. „Vielleicht wollte er noch ins Feld, aber das ging sich nicht mehr aus. Ich sah nur mehr eine Staubwolke“, schildert eine Augenzeugin. Guido kommt in dem Mini-Jet ums Leben.

„Wir trauern um einen großartigen Freund und einen perfekten Piloten“, schrieben die Flying Bulls am Mittwoch auf ihrer Internetseite. Guido Gehrmann war schon mit 17 Jahren der jüngste Hubschrauber-Pilot Deutschlands gewesen, 1998 holte er sich den WM-Titel im Drachenkunstflug – mit gerade einmal 23 Jahren.

In einem zehn Jahre alten Portrait über ihn schwärmt Gehrmann, weshalb er fliegt: „Wenn du immer leichter wirst und deine Sprünge immer größer werden …“ Er starb bei dem, was er am meisten liebte.

mc / age

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