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Bayern will weiter das 9-Euro-Ticket – aber nur, wenn der Bund zahlt

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Von: Thomas Eldersch

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Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter ist für eine Alternative des 9-Euro-Tickets. Hauptsache, der Freistaat muss nicht dafür zahlen.

München – Das Ende des 9-Euro-Tickets zeichnet sich schon am Horizont ab. Der letzte Monat ist bereits angebrochen. Das Fazit fällt positiv aus. Der Nahverkehr verzeichnet ein deutliches Plus von fast 50 Prozent im Vergleich zum Quartal davor. So wundert es nicht, dass Politik und Fahrgäste eine Fortführung oder eine adäquate Alternative fordern. Auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) ist grundsätzlich für einen Anreiz zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel – aber nur, wenn er nicht dafür bezahlen muss.

9-Euro-Ticket-Alternative ja – aber nicht auf Kosten Bayerns

Der Deutschen-Presse-Agentur sagte Bernreiter am Samstag: „In dieser außergewöhnlichen Situation muss der Bund für weitere Entlastungen der Bürgerinnen und Bürger sorgen – und zwar ausschließlich der Bund.“ Nach Meinung des CSU-Politikers würden die Länder ohnehin schon genug zur finanziellen Entlastung des Bunds beisteuern, „obwohl sie diese nicht angestoßen haben“.

9-Euro-Ticket
Das monatliche 9-Euro-Ticker gilt in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs und wurde kräftig nachgefragt. © Lennart Preiss/dpa

Weiter sagte Bernreiter: „Natürlich begrüße ich es, wenn Bus und Bahn attraktiver werden. Dazu gehören aber zwingend Investitionen, um den laufenden Betrieb zu stärken.“ Seine Forderung – eine Erhöhung der sogenannten Regionalisierungsmittel. „Grundsätzlich wäre dann auch ein 365-Euro-Ticket im Sinne der Verkehrswende wünschenswert.“ Zur weiteren Entlastung der Bürger – vor allem auf dem Land – fordert der Verkehrsminister eine Fortführung des Tankrabatts.

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Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz ist für eine Länderbeteiligung

Bei seiner Bremer Kollegin Maike Schaefer (Grüne) und Vorsitzenden der Verkehrsministerkonferenz hörte sich das Ganze jedoch anders an. Sie erklärte, dass die Länder dazu bereit wären, ein Nachfolgemodell des 9-Euro-Tickets mitzufinanzieren – unter einer Bedingung. Voraussetzung für eine solche Entscheidung wären aber Fakten, die Bundesminister Volker Wissing (FDP) bisher schuldig bleibe, sagte die Bremer Mobilitätssenatorin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Das 9-Euro-Ticket hatte schon vor der Einführung für einige Diskussionen über die Finanzierung geführt. Widerstand kam unter anderem lange aus Bayern. Der Bund steuert für die aktuelle Rabattaktion unter anderem 2,5 Milliarden Euro als Ausgleich für Einnahmeausfälle der Verkehrsanbieter bei. Die Länder fordern generell mehr Bundesgeld für den ÖPNV. (tel mit dpa)

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