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„Der Jürgen und seine heiß geliebten Tiere“: Busfahrer rettet verletzten Schwan - Fahrgäste begeistert

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Von: Tanja Kipke

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In Lichtenfels hat ein Busfahrer einen verletzten Schwan mitgenommen.
In Lichtenfels hat ein Busfahrer einen verletzten Schwan mitgenommen. © NEWS5 / Merzbach

Zu einer ungewöhnlichen Rettungsaktion ist es im bayerischen Lichtenfels gekommen. Ein Busfahrer hat einen verletzten Schwan mitgenommen. Die Fahrgäste waren begeistert.

Lichtenfels - Bei seiner täglichen Linientour entdeckte Busfahrer Jürgen Scholz (46) am Freitag (22. Oktober) plötzlich einen verletzten Schwan auf der Straße. Das Tier blutete am Bein und konnte den rechten Flügel nicht richtig bewegen. Umgehend informierte er die Polizei in Lichtenfels* und das Tierheim. Als er einige Stunden später wieder vorbeifuhr, sei der Schwan noch da gewesen. „Er hat die Flügel ausgebreitet“, erzählt Scholz gegenüber News5. „Sozusagen ‚Halte jetzt bitte an!‘“ Genau das tat der tierliebe Busfahrer dann auch. Gemeinsam mit einem Fahrgast trieb er den Schwan in eine Ecke und fing ihn ein. Einen Schwan einzufangen sei allerdings nicht ganz ohne.

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Rettungsaktion in Lichtenfels: Busfahrer fängt verletzten Schwan ein und nimmt ihn mit

„Mit dem scharfen Schnabel könnte er fast einen Finger abbeißen.“ Mit einer bestimmten Taktik hat es Scholz dennoch geschafft. „Ich habe einfach meine Jacke ausgezogen, habe ihn in die Ecke getrieben und ihm die Jacke über den Kopf geschmissen, damit es dunkel wird und er ruhig ist“, erzählt der 46-Jährige. Dann habe er sich das Tier unter den Arm geklemmt und in den Bus gesetzt.

Mitten auf der Straße find der Busfahrer den Schwan ein.
Mitten auf der Straße fing der Busfahrer den Schwan ein. © NEWS5 / Merzbach

Die Fahrgäste hätten über die Aktion des Busfahrers geschmunzelt. „Die sprechen mich ja mit Vornamen an und haben gesagt ‚Ach, guck mal! Der Jürgen und seine heiß geliebten Tiere‘“. Die restliche Fahrt war der Schwan eine regelrechte Attraktion. „So einen Fahrgast hatten wir noch nie!“, freut sich Scholz. Einer der Fahrgäste ist bei dem Tier geblieben und hat ihn mit einer Jacke abgeschirmt. Er sei ruhig und friedlich gewesen und habe aus dem Fenster geschaut, sagt Scholz News5. „Nur immer, wenn ein Fußgänger oder Auto vorbeigekommen ist, hat er ein wenig gefaucht.“

Eine regelrechte Attraktion war der Schwan im Linienbus.
Eine regelrechte Attraktion war der Schwan im Linienbus. © NEWS5 / Merzbach

Heldenhafter Busfahrer kutschiert Schwan in seiner Pause zum Tierarzt

Zusteigenden Fahrgästen habe Scholz gesagt, sie sollen nicht nach hinten gehen, da er einen verletzten Patienten dabei habe. Auch drei Schulkinder seien dabei gewesen. „Die durften mit viel Abstand mal kurz gucken“, lächelt Scholz. Sie hätten den Fahrer dann gefragt: „Muss der auch seine 70 Cent oder 1,30 Euro bezahlen?“

Jürgen Scholz bringt das verletzte Tier in seiner Pause zum Tierarzt.
Jürgen Scholz bringt das verletzte Tier in seiner Pause zum Tierarzt. © NEWS5 / Merzbach

In seiner Pause hat Scholz den verletzten Schwan dann zum nächsten Tierarzt gefahren. „Zuerst hat das keiner mitgekriegt, man hat nur gesehen, dass jemand im Ausgangsbereich steht mit einer Jacke in der Hand“, soScholz. In der Spezialklinik konnte dem Schwan schließlich geholfen werden. Inzwischen macht das Tier - dank des beherzten Eingreifens - wieder einen guten Eindruck.(tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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