Er besorgte allen einen Impf-Termin

„Ich ziehe das durch“: Bayerischer Chef fordert von Mitarbeitern Corona-Impfung - das hat jetzt Folgen

Corona-Impfung
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Weil er von seinen Mitarbeitern eine Corona-Impfung forderte, sorgte ein bayerischer Zahnarzt für ordentlich Aufsehen.

Eigentlich sind die Corona-Impfungen freiwillig. Ein bayerischer Zahnarzt stellte seine Mitarbeiter jedoch vor die Wahl: Entweder sie lassen sich impfen - oder es gibt kein Gehalt.

Update vom 12. Januar, 10.35 Uhr: Ein Pfaffenhofener Zahnarzt drohte seinen corona-impfunwilligen Angestellten damit, ihnen das Gehalt zu streichen. Das sorgte - nicht nur bayernweit - für Aufsehen. Wie die Passauer Neue Presse (PNP) berichtet, beschäftigt sich nun auch die Ingolstädter Staatsanwaltschaft mit dem Fall.

Corona in Bayern: Zahnarzt fordert Mitarbeiter zur Impfung auf - Münchner Aktivist erstattet Anzeige

„Bei der Staatsanwaltschaft ist eine Strafanzeige in Zusammenhang mit der möglichen Aufforderung eines Zahnarztes an seine Mitarbeiter, sich impfen zu lassen, eingegangen“, zitiert die PNP Pressesprecherin Andrea Grape. „Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob der Anfangsverdacht einer Straftat gegeben ist.“

Die Strafanzeige erstattet hat der Münchner Aktivist Christian Szabó. Sie soll sich - neben dem Zahnarzt - auch gegen seine Praxis-Partnerin richten.

Corona in Bayern: Impfaufforderung von Zahnarzt an Mitarbeiter löst enormen Shitstorm aus

Update vom 12. Januar, 12.29 Uhr: Nach dem massiven Shitstorm gegen den Zahnarzt aus dem nördlichen Oberbayern hat sich jetzt auch die Polizei eingeschaltet. Sie untersuchte, ob sich unter den Anfeindungen auch echte Bedrohungen verstecken. Dies ist aber laut Polizeiinspektion Ingolstadt* nicht der Fall. „Eine aktuelle Bedrohungslage sehen wir nicht“, sagte Karl Höpfl vom Polizeipräsidium am Dienstag. Der Zahnarzt sei von der Polizei beraten worden und habe auch noch keine Anzeige erstattet.

Update vom 11. Januar, 14.15 Uhr: Ein Zahnarzt aus dem bayerischen Pfaffenhofen verlangte von seinen Praxismitarbeitern eine Corona-Impfung. Ansonsten gebe es kein Gehalt, stellte der Mediziner klar. Diese Nachricht sorgte nicht nur für große Aufregung - sondern löste auch einen enormen Shitstorm aus.

Corona in Bayern: Zahnarzt fordert von Mitarbeitern Impfung - und löst enormen Shitstorm aus

Wie Bild.de berichtet, lag am Sonntag vor besagter Praxis plötzlich eine schwarzer Beutel. Der Inhalt? Wahrscheinlich Kot. Auch im Internet häufen sich die Kommentare zum Corona-Impf-Befehl des Zahnarztes.

Der Großteil der User hat dafür kein Verständnis. Im Gegenteil. So wird etwa geraten, den Mediziner vor dem Arbeitsgericht zu verklagen. Patienten werden aufgefordert, sich einen anderen Zahnarzt zu suchen. Sogar Morddrohungen soll Dr. Weiland laut Bild erhalten haben.

Bayern: Nach Corona-Impfforderung an Mitarbeiter - Zahnarzt erhält Morddrohungen

Seinen Facebook-Auftritt hat der bayerische Zahnarzt inzwischen gelöscht.

Update vom 11. Januar, 11.53 Uhr: Offiziell wird es in Deutschland keine Corona-Impfpflicht geben. Ein Zahnarzt aus Pfaffenhofen an der Ilm hat sich jetzt jedoch dazu entschieden, seine Mitarbeiter vor eine diskussionswürdige Wahl zu stellen. Sollten sie sich nicht gegen das Virus impfen lassen, dann werden sie ohne Gehalt freigestellt. Unterstützung erhält der Arzt jetzt in Form eines Kommentars von dem Münchner-Merkur-Redakteur Klaus Rimpel. Er findet das Vorgehen des Mediziners gut und verweist unter anderem auf die Impfpflicht von medizinischem Personal bei Masern.

Auch die Debatte um Langzeitschäden bei Corona-Impfungen greift er auf. Sicher seien solche Schäden bei einer Corona-Infektion. Bei einer Impfung seien bisher keine solchen Komplikationen nachgewiesen worden. Rimpel unterstützt aber nicht grundsätzlich eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Wichtig sei vor allem, dass der Geimpfte als Überträger der Krankheit ausscheidet. Dies konnte aber bisher noch nicht wissenschaftlich bestätigt werden.

Corona: Zahnarzt aus Pfaffenhofen verlangt Impfung von seinen Mitarbeitern

(Erstmeldung) Pfaffenhofen an der Ilm - Eine klare Corona-Ansage gibt es für die Angestellten einer Zahnarztpraxis aus Pfaffenhofen (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm): Wer sich nicht impfen lässt, bekommt kein Gehalt. Wie Bild.de berichtet, besorgte Dr. Maximilian Weiland seinen Mitarbeitern am Wochenende einen Impftermin im Impfzentrum der Gemeinde Reisgang.

Corona in Bayern: Zahnarzt zwingt Mitarbeiter sich impfen zu lassen - und vereinbart Impftermin

„Es werden alle Mitarbeiter und Zahnärzte gegen Corona* geimpft. Wer die Impfung nicht möchte, wird ohne Gehalt von der Arbeit freigestellt“, zitiert Bild eine Nachricht, in der die Praxismanagerin den Termin an die Mitarbeiter verschickt haben soll. Nach wie vor steht der Zahnarzt hinter seiner Impf-Entscheidung. „Ich ziehe das durch. Ich habe mich wirklich damit auseinandergesetzt. Ich stehe sehr hinter dieser Impfung“, wird er von dem Blatt weiter zitiert.

Video: Das sollte man nicht mit dem Impfstoff machen

Corona in Pfaffenhofen: Viele Mitarbeiter folgen Impfaufforderung des Zahnarztes

Gut zwei Stunden dauert Bild zufolge der Corona*-Impftermin der Angestellten. Weiland selbst möchte sich dazu nicht äußern. Wie viele Angestellte der Impfaufforderung ihres Chef tatsächlich gefolgt sind, steht nicht fest. Aber: Die Akzeptanz war offenbar groß. Insgesamt sollen laut Bild 36 bis 38 Corona*-Impfdosen geordert worden sein. Lediglich vier Stück davon wurden nicht gebraucht, da diese Mitarbeiter Antibiotika einnehmen oder krank waren.

Der Corona-Lockdown in Bayern wird verlängert - und verschärft. Ministerpräsident Markus Söder erklärt die neuen Regeln für den Freistaat - ein Überblick. Alle Informationen zur Corona-Lage im Freistaat gibt es in unserem Bayern-Ticker. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. (kof)

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