189 bestätigte Fälle

Coronavirus: Delta-Variante breitet sich rasant in Bayern aus - An Großbritannien zeigt sich die Tragweite

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich derzeit in weiten Teilen der Welt rasant aus. Auch in Bayern ist die ansteckende Mutation bereits häufig nachgewiesen worden - Tendenz steigend.

Erlangen - Es könnte doch so schön sein. Immer weiter sinkende Inzidenzzahlen und eine stetig steigende Impfquote wecken in der Bevölkerung bereits leise Hoffnungen auf das baldige Ende der Corona-Pandemie*. In Wahrheit aber bereitet eine neue Corona-Mutation* den Virologen und Experten große Sorgen. Es handelt sich dabei um B.1.617.2 - genannt Delta-Variante. Die Mutation wurde erstmals in Indien nachgewiesen und bereitet sich derzeit beispielsweise in Großbritannien rasant aus. Aber auch in Bayern gab es bereits zahlreiche Fälle der Mutation. Und es werden täglich mehr.

Delta-Variante: 189 nachgewiesene Fälle in Bayern

Bis zum 17. Juni wurde die Delta-Variante in Bayern in 189 Fällen nachgewiesen. Das erklärte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf Merkur.de*-Anfrage. Eine Woche zuvor (10. Juni) waren es insgesamt 164 an das LGL gemeldeten Fälle der Delta-Variante. Das LGL betont, dass zur Differenzierung der Delta-Variante das aufwändige Verfahren mittels Ganzgenomsequenzierung angewandt werden muss und es daher auch zu einem zeitlichen Verzug der Meldungen und Untererfassung der letzten zwei bis drei Wochen kommen kann.

Video: Delta-Variante in Bayern auf dem Vormarsch

Die Entwicklung der Zahlen in Bezug auf die Delta-Variante ist in ganz Europa* besorgniserregend. Wie schnell sich die Mutation ausbreiten kann, zeigt das Beispiel Großbritannien. Dort wurden am gestrigen Donnerstag (17. Juni) 11.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Rund 90 Prozent der Fälle werden mit der Delta-Variante in Zusammenhang gebracht. Verglichen damit ist die Lage hierzulande noch entspannt. 6,2 Prozent aller gemeldeten Fälle in Deutschland gehen auf das Konto der ansteckenden Mutation. Allerdings basieren die Zahlen auf die Woche zwischen dem 31. Mai und 6. Juni. Der Apotheken-Umschau zufolge waren es im süddeutschen Raum zwischen dem 8. und 13. Juni bereits elf Prozent der Fälle, die von der Delta-Variante betroffen waren.

Besorgniserregende Corona-Mutationen

·       Alpha: B.1.1.7 (erstmalig nachgewiesen in Großbritannien)

·       Beta: B.1.351 (erstmalig nachgewiesen in Südafrika)

·       Gamma: P.1 (erstmalig nachgewiesen in Brasilien)

·       Delta: B.1.617.2 (erstmalig nachgewiesen in Indien)

Angesichts der raschen Ausbreitung der Mutation warnt auch Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU*) vor einer Unterschätzung der Variante. „Ihr Auftreten und ihr hoher Ansteckungsgrad zeigen uns, dass wir Corona trotz spürbar sinkender Inzidenzwerte noch nicht besiegt haben“, sagte Holetschek der Rheinischen Post. Aus diesem Grund warnte der CSU-Politiker zusätzlich davor, die Abstands- und Hygieneregeln nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir brauchen weiterhin
allerhöchste Wachsamkeit. Vorsicht und Umsicht müssen weiter das Handeln bestimmen.“ Die Delta-Variante gilt deutlich ansteckender als die ursprüngliche Form des Coronavirus. gerade in Innenräumen sei es daher wichtig, weiterhin die geltenden Masken- und Abstandregeln einzuhalten. Zudem haben Erstgeimpfte einen relativ geringen Schutz gegen die Mutation. Erst die zweite Impfdosis schützt die Menschen ausreichend vor einer Ansteckung beziehungsweise einem schweren Krankheitsverlauf.

Delta-Variante: Asylbewerberunterkunft in Wolfratshausen in Quarantäne

Auch vor den Toren Münchens kam es möglicherweise zu einer Ansteckung mit der neuartigen Delta-Variante. In einer Asylbewerberunterkunft in Wolfratshausen (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen*) wurde ein 21-jähriger Mann positiv auf das Coronavirus getestet. Bei ihm besteht der Verdacht, dass es bei der Infizierung um die erstmals in Indien festgestellte Variante handelt. Zwei Etagen der Asylbewerberunterkunft wurden deshalb unter Quarantäne gestellt, um weitere Infizierungen zu verhindern. Weitere Testungen der Bewohner wurden vorgenommen. *tz.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem Freistaat gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Bayern-Newsletter.

Rubriklistenbild: © Christian Ohde/Imago Images

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare