Parteikollegen fordern Rücktritt

FDP-Mann verunglimpft CSD-Parade in Bayern und sorgt für Eklat: „So ein schwules ...“

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Ein Teilnehmer der Christopher-Street-Day-Parade 2018 in München. Auch in Landshut soll heuer zum ersten Mal der CSD gefeiert werden.

Mit einer fragwürdigen Äußerung sorgte ein FDP-Mann aus Landshut für einen Eklat. Nun fordern sogar Parteikollegen seinen Rücktritt.

Landshut - Ausgerechnet ein Liberaler sorgte kürzlich für einen Eklat: Er verunglimpfte mit einer fragwürdigen Aussage die im Herbst zum ersten Mal in Landshut stattfindende Christopher-Street-Day-Parade (CSD). 

Der Landshuter Anwalt Albrecht Schöllhorn-Gaar (FDP) meinte in der Umfrage der Landshuter Zeitung (LZ), dass „so schwules Zeug keinen Platz bei uns“ habe. Zudem meint er, „ob so etwas buntes in unserer bescheidenen Provinz angesagt ist, glaube ich nicht“. 

Landshuter FDP-Mann sorgt für Eklat: Parteikollegen fordern seinen Rücktritt

Diese Aussage sorgte nicht nur in den sozialen Netzwerken, sondern auch in den eigenen Reihen der Partei für reichlich Empörung. Der Landshuter Kreisvorstand fordert nun neben einer Entschuldigung auch seinen Rücktritt.

„Wir distanzieren uns gemeinsam mit unserem Vorsitzenden Lorenz Hörmann, dem Kreisvorsitzenden Norbert Hoffmann und den anderen Stellvertretenden Vorsitzenden der FDP Landshut-Stadt von den Aussagen“, schreiben die Jungen Liberalen (JuLis) Landshut auf ihrer Facebook-Seite.

„Wir verurteilen die Äußerungen auf das Schärfste und fordern ihn auf, sich umgehend öffentlich bei den Menschen, die sich dadurch zutiefst herabgewürdigt fühlen müssen, für diese Entgleisung zu entschuldigen.“ Sie fordern aber auch, „sein Amt als Beisitzer im FDP-Kreisvorstand unverzüglich niederzulegen“. Die freien Demokraten stünden für Selbstbestimmung und Toleranz. Die Äußerungen ihres FDP-Mitglieds Albrecht Schöllhorn-Gaar „laufen allen Grundwerten, für die wir als Liberale einstehen, zuwider und haben in der FDP keinen Platz“.

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Landshuter FDP-Mann sorgt für Eklat: „Hab mich saudumm geäußert“

Die Facebook-Nutzer loben diese „eindeutige Positionierung“, wie Bernd M. kommentiert. Auch Benjamin B. findet es „schön, dass ihr so deutlich Position bezieht“. Dazu postet er ein Bild einer Regenbogenfahne, die unter anderem sinnbildlich für Aufbruch, Veränderung und Frieden sowie als Zeichen für Toleranz und Akzeptanz steht.

Der Christopher Street Day soll heuer zum ersten Mal in Landshut gefeiert werden. In München, Berlin und Hamburg ziehen bereits seit Jahren Tausende Menschen durch die Straßen, in grellbunten Outfits und mit mächtig guter Laune. Dabei gab es kürzlich in München Politik-Ärger bei der Parade: Die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm (47, Mut) sei angeblich von einem Polizisten verletzt worden – das Landeskriminalamt ermittelt.

Gegenüber der LZ gab sich Schöllhorn-Gaar „zerknirscht“: „Es ist klar, dass ich mich saudumm geäußert habe. Meine Meinung ist falsch rübergekommen“, sagt er gegenüber der Tageszeitung. Mit dem CSD sei der Sache nämlich ein Bärendienst erwiesen. „Von den wirklichen Schwulen und Lesben sind da, glaube ich, nur wenige dabei. Der Umzug wird überwiegend von Aktivisten dilettantisch durchgeführt und von politischen Kreisen benutzt.“ Dies provoziere eher und schade dem Thema mehr, als dass es nutze. 

Landshuter FDP-Mann sorgt für Eklat: Er sei nicht homophob, zurücktreten will er auch nicht

Der Passauer Neuen Presse gegenüber sagt der Anwalt, er sei nicht homophob. Zurücktreten wolle er nicht. Das Schreiben seiner Parteikollegen empfindet er demnach als Tribunal, er selbst sei nicht angehört worden. Sollte der Vorstand ihn ausschließen, könne er sich damit abfinden: „Ja mei, ich hänge da nicht daran“, sagte Schöllhorn-Gaar weiter.

Zumindest eine Aussprache zwischen dem FDP-Mann und einem Vertreter der Liberalen Schwulen und Lesben soll es aber wohl geben, berichtet zudem die Welt.

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