Skepsis nach Vorschlag aus Bremen

Bayern gegen privates Verstreuen von Totenasche

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Bayern hält nichts von Bremens Vorschlag, die Asche von Verstorbenen auf dem eigenen Grundstück verstreuen zu dürfen.

München - Was passiert mit der Asche von Verstorbenen? Der Bremer Vorstoß zum Verstreuen von Totenasche auf privaten Grundstücken stößt in Bayern auf Skepsis.

Bremen geht einen neuen Weg und erlaubt den Menschen, über den Ort zu entscheiden, an dem nach dem Tod ihre Asche verstreut werden soll. Der Vorstoß hat aber auch Gegner - und macht in Bayern keine Schule. Das Gesundheitsministerium und der Bestatterverband Bayern sehen keinen Grund, dem Beispiel zu folgen. Die im Grundgesetz verankerte Totenruhe dürfe nicht gefährdet werden und sei am besten auf Friedhöfen gesichert, sagte ein Ministeriumssprecher in München: „Alternative Bestattungsformen, die auf eine völlige oder zumindest sehr weitgehende Aufhebung des Friedhofszwangs hinauslaufen, erscheinen uns nicht mit der vorherrschenden Bestattungskultur aufgrund der christlichen Tradition und dem Empfinden des überwiegenden Teils der Bevölkerung in Bayern vereinbar.“

Der Geschäftsführer des Landesbestatterverbands, Jörg Freudensprung, mahnte in der „Abendzeitung“ (Samstag), dass „gerade in diesem Bereich gut darüber nachgedacht werden muss, welche Konsequenzen Neuregelungen haben“. Denn nicht jeder Trauernde bekomme Zugang zu einem Privatgrundstück: „Ist die Asche im privaten Garten beigesetzt, ist es für all diejenigen, die nicht zum engeren Familienkreis gehören, viel schwieriger zu trauern oder Abschied zu nehmen.“

Mit dem Jahreswechsel darf in Bremen bundesweit erstmals die Asche von Toten auf privaten Grundstücken verstreut werden. Voraussetzung ist, dass der Verstorbene den Ort zuvor schriftlich festgehalten und eine Person für die Totenfürsorge bestimmt hat. Das Landesparlament hatte die Lockerung des Friedhofszwangs im November verabschiedet. Über die Gesetzesänderung der rot-grünen Koalition hatten die Parteien in Bremen monatelang gestritten. Kritik kam vor allem von der CDU und der Kirche.

Ursprünglich sollten Angehörige die Urne mit der Totenasche auch mit nach Hause nehmen dürfen. Wegen rechtlicher Bedenken verwarf Bremen diese Pläne aber. Es müsse gesichert werden, „dass die Asche eines Verstorbenen nicht einfach irgendwann im Müll landet“, gab Freudensprung in dem Zeitungsinterview zu bedenken.

dpa

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