500 Werke in München gelandet

Der Krimi um den Bücher-Schatz

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Die ehrwürdige Biblioteca dei Girolamini in Neapel soll von Massimo Marino de Caro geplündert worden sein.

München - Historische Bücher im Wert von 2,5 Millionen Euro aus dem spektakulären Bücherraub von Neapel waren in München aufgetaucht. Jetzt kehren die Werke von Galileo und Co. nach Italien zurück. 

Auch Originalausgaben von Galileo Galilei sind unter den wertvollen Büchern.

Es ist ein Krimi um Bücher, die die Weltsicht der Menschheit veränderten. Von keinen Geringeren als den großen Wissenschaftspionieren Galileo Galilei, Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler: In einem Münchner Auktionshaus beschlagnahmten die Staatsanwaltschaft München I und Kunstfahnder des Landeskriminalamts im Frühjahr 2012 mehr als 500 historische Bücher, die aus dem spektakulären Bücherraub von Neapel im Jahr 2011 stammten. Am Donnerstag werden die Werke im Wert von 2,5 Millionen Euro an die italienischen Behörden zurückgegeben.

Die älteste Bibliothek Neapels, die Biblioteca dei Girolamini, war über Monate regelrecht geplündert worden. Drahtzieher war offenbar der Direktor selbst: Marino Massimo de Caro, der ein Hochstapler ohne Qualifikationen sein soll und dem Kontakte in Berlusconis damalige Regierungsmannschaft nachgesagt werden. Er wurde bereits zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Mehr als 500 Bücher tauchten in dem Münchner Auktionshaus wieder auf.

Im März 2012 stieß der Kunsthistoriker Tommaso Montanari in der alten Klosterbibliothek auf ein einziges Chaos: Jahrhunderte alte Bände lagen stapelweise auf den Fluren, in denen der Schäferhund des Direktors frei herumlief. Zwei Bibliothekare berichteten Montanari von abgestellten Alarmanlagen und nächtlichen Transporten. Bald stand fest, dass über 4000 Bücher und Manuskripte in einem europaweiten Hehler-Netz verschwunden waren – darunter unersetzliche Werke von Aristoteles und Machiavelli.

Eine Spur führte zum damaligen Münchner Auktionshaus Zisska & Schauer im Unteren Anger. „Kurz vor der geplanten Auktion im Mai 2012 wurden die Bücher bei uns beschlagnahmt“, bestätigt der heutige Geschäftsführer Wolfgang Lacher. Der damalige Geschäftsführer Werner S. hatte angegeben, die mehr als 500 Bücher stammten aus einem Nachlass in Norditalien. „Das war falsch, ebenso wie die dazugehörigen Papiere“, so Lacher. Das Auktionshaus hat sich vom damaligen Geschäftsführer getrennt und heißt heute Zisska & Lacher Buch- und Kunstauktions GmbH . Werner S. wurde in Italien wegen Hehlerei zu fünf Jahren Haft (nicht rechtskräftig) verurteilt. Nach der U-Haft in Neapel kehrte S. nach München zurück.

Dorita Plange

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