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Gratis-Strom für alle: Allgäuer Chef übernimmt Energiekosten seiner Angestellten

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Von: Christian Einfeldt

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Während das Jahr 2022 vielen Unternehmen zu schaffen machte, lief es für Marc Wenz hervorragend. Nun will der Chef der Allgäuer Outlets allen Angestellten den Strom bezahlen.

Sonthofen/Immenstadt – Für seine Mitarbeitenden wird das diesjährige Weihnachtsfest ein ganz besonderes. Marc Wenz, Unternehmer und Geschäftsführer des Allgäu- und Alpsee-Outlets, hat seinen Mitarbeitenden in Zeiten der Energiekrise mit einer großzügigen Geste gerührt. Nicht weniger als 70 Angestellten verspricht er, deren Stromkostenrechnung zu übernehmen. Gegenüber rtl.de sprach der Unternehmer davon, dass seine beiden Geschäfte im Allgäu eine Positivbilanz erzielt hätte. Nun will der 54-jährige Chef etwas zurückgeben.

Allgäuer Outlet-Center mit Rekord-Umsatz: Als Dank zahlt Chef die Stromrechnung

Der Einzelhandel ist von der zurückhaltenden Kaufkraft stark getroffen. Der Sparkassen-Chef sagte zuletzt diesbezüglich, dass die „Nachfrage von einem Tag auf den anderen eingebrochen“ wäre. Auch in Hinblick auf Weihnachten befürchtet der Einzelhandel massive Umsatzeinbußen. Angesichts Energiekrise und Inflation droht „in Bayern 2000 Händlern das Aus“.

Nach Berichten von focus.de lief es für Marc Wenz und seinen Outlet-Centern im Allgäu jedoch hervorragend. Mehr als das: Noch nie hätten die Beteiligten einen solchen Umsatz gemacht wie 2022. Auf der Weihnachtsfeier soll er dann seinen Mitarbeitenden die frohe Kunde überbracht haben.

Schließlich wusste der 54-Jährige nicht nur über die positive Bilanz seiner Unternehmen zu berichten. Gleichermaßen stellte er seinen rund 70 Angestellten die Bezahlung aller privaten Stromkosten in Aussicht – die Stromrechnung für das gesamte Jahr 2022. Dem Online-Portal nordbayern.de sagte Outlet-Mitarbeiterin Margit Pöppel: „Unser Team hat uns mit vollem Einsatz unterstützt und zu einem in der kompletten Unternehmensgeschichte außerordentlichen Umsatz- und Ergebnisrekord verholfen.“

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Allgäuer Chef übernimmt die Rechnungen: Angestellte des „Alpsee“-Outlet-Centers können sich auf ein entspanntes Weihnachtsfest freuen. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Outlet-Center in Sonthofen drei Wochen dicht: Chef verspricht weitere Entlastung

Demnach folgt nun also die Auszahlung von etwa 50.000 Euro (netto), die die Mitarbeitenden in Zeiten der Energiekrise entlasten soll. Eine Sache, die sich Wenz bewusst zur „Aufgabe“ macht. Auch „in schlechten Zeiten“ will man für die Angestellten da sein, so Pöppel weiter. Auf die Verkündung der Nachricht folgte die Erleichterung. Eine ausgelassene Feier, bei der unter anderem Konfetti-Kanonen zum Einsatz gekommen waren. Wie Wenz gegenüber rtl.de sagte, hätten „alle gejubelt, geschrien, gelacht“. „Manche haben geweint“, so der bayerische Chef weiter.

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Kurzum: Sie konnten eine solch gütige Entlastung nicht fassen. Ehe sie es realisieren konnten, folgte bereits der nächste Hoffnungsschimmer in Krisenzeiten. Keine Überstunden, keine nächtlichen Arbeitszeiten: Das „Alpsee Outlet“ wird für drei Wochen geschlossen. Wie Focus Online berichtet, will man die notwendigen Inventurmaßnahmen zu Ende des Jahres in Ruhe durchführen. Das Outlet-Center spart damit Energie. Keine Rolltreppen, keine Kassensysteme, keine leuchtenden Lichter.

Für die Mitarbeitenden bedeutet es derweil ein entspannter Abschluss des krisengeplagten Jahres 2022. Denn Stress gab es in diesem Jahr zur Genüge. Das bestätigte auch der Chef aus dem bayerischen Allgäu. Die letzten Wochen des Jahres sollen für die Mitarbeitenden deutlich angenehmer verlaufen – auch damit sie 2023 umso motivierter ins neue Jahr starten können.

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