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Ein Hauch von Hollywood: Diese bayerische Stadt ist „Drehort des Jahres“

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Von: Phillip Plesch

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Passau wurde zum Drehort des Jahres 2019 gewählt Pia Olligschläger und Katrina Jordan freuen sich.
Passau wurde zum Drehort des Jahres 2019 gewählt Pia Olligschläger und Katrina Jordan freuen sich. © Marcus Schlaf

Bad Tölz und die Alpenwelt Karwendel haben den Titel „Drehort des Jahres 2019“ knapp verpasst. Der gestern verkündete Preisträger kommt aus Niederbayern – zum ersten Mal.

München – Ein Hauch von Hollywood schimmerte gestern im Münchner Arri-Kino. In einen goldenen Umschlag von der Büttenpapierfabrik Gmund, wie er früher auch bei den Oscar-Verleihungen verwendet wurde, war auf einem Blatt der Name des Siegers gehüllt. „Der Titel ,Drehort des Jahres 2019‘“, verlas Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, „geht an Passau.“ Die niederbayerische Drei-Flüsse-Stadt setzte sich bei der Preisverleihung der Initiative Filmkulisse Bayern gegen Bad Tölz und die Alpenregion Karwendel durch.

Passau: Das „bestgehütete Geheimnis der Filmbranche“

Als „bestgehütetes Geheimnis der Filmbranche“ bezeichnete die Fachjury Passau in ihrer Begründung die Entscheidung, die von Judith Gerlach, bayerische Staatsministerin für Digitales, vorgetragen wurde. Passau sei facettenreich und biete motivisch ein einzigartiges Panorama und Ambiente. Die Stadt punktete damit, dass im Gegensatz zu anderen Städten die kirchlichen und akademischen Einrichtungen Tür und Tor für Dreharbeiten öffnen. „Die Begeisterung der Passauer Bevölkerung für die Filmbranche fällt auf“, sagte Gerlach. Überzeugen konnten zudem die Ansprechpartner vor Ort. Dieses Kompliment nahmen Katrina Jordan, Medienreferentin der Uni Passau, und Pia Olligschläger, Tourismusverantwortliche, gerne entgegen. „Und jeder ist herzlich eingeladen, sich selbst davon zu überzeugen“, so Olligschläger. Die Laudatio hielt Carmen Stozek, Produzentin von „Der Passau-Krimi“, der in der ARD gezeigt wird.

Schirmherrin Veronica Ferres war nicht vor Ort

Der „Drehort des Jahres“ wird seit 2015 verliehen. Die Filmkulisse Bayern, eine Initiative der FFF Film Commission Bayern und der Bayern Tourismus Marketing GmbH, hat den Preis ins Leben gerufen. Als Kriterien bei der Verleihung des Preises werden auf der Webseite des Veranstalters beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen Filmteams und Drehorten, Service-Leistungen, Räumlichkeiten und zentrale Ansprechpartner genannt. Die bisherigen Preisträger waren Nürnberg, Tegernsee-Schliersee, Regensburg und das Berchtesgadener Land.

Schirmherrin Veronica Ferres war diesmal nicht vor Ort, sie weilt für Dreharbeiten in Kanada. Die Schauspielerin ließ es sich nicht nehmen, den Nominierten via Videobotschaft zu gratulieren. Erstmals waren dafür gleich zwei Politiker bei der Veranstaltung anwesend. Hubert Aiwanger stellte die besondere Note, die Drehorte in Bayern haben, heraus. Judith Gerlach betonte, dass neben den Filmen auch die Kinos gefördert werden müssen und lobte das Engagement der FFF, „die Player zu vernetzen“.

Bad Tölz und Alpenwelt Karwendel sind stolz auf Nominierung

Bad Tölz (Gipfelstürmer, Tonio & Julia)* und die Alpenwelt Karwendel (Eine Almhütte für zwei) im Landkreis Garmisch-Partenkirchen verpassten den Titel knapp. Eher stolz auf die Nominierung als traurig über den verpassten Titel zeigte sich Hansjörg Zahler, Bürgermeister der Gemeinde Wallgau. Traditionell habe die Region Kontakt mit der Filmbranche, sagte er. Um das weiter voranzutreiben, werden in der Alpenwelt Karwendel derzeit die Strukturen umgestellt. „Es ist eine Wertschätzung für unsere städtischen Mitarbeiter, nominiert gewesen zu sein“, sagte Christof Botzenhart, 3. Bürgermeister von Bad Tölz. „Für Bad Tölz als Filmort ist es selbstverständlich, beste Bedingungen zu bieten.“ Botzenhart schickte daher gleich eine Kampfansage hinterher: „Für uns ist der verpasste Titel umso mehr Ansporn, nächstes Jahr zu gewinnen. Irgendwann kommt der Preis auf jeden Fall nach Bad Tölz.“

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Phillip Plesch/Nicola van Randenborgh

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