1. tz
  2. Bayern

Schon in wenigen Monaten: Kastrationspflicht für freilaufende Katzen in bayerischer Stadt

Erstellt:

Von: Katarina Amtmann

Kommentare

natürlich wild... Hauskatze
Für freilaufende Katzen in Laufen (Berchtesgaden) gilt bald eine Kastrationspflicht (Symbolbild). © IMAGO / R. Kistowski/wunderbare-Erde

Um Leid für Tiere zu vermeiden gibt es in einer bayerischen Region bald eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen. Auch ein Chip wird obligatorisch.

Berchtesgadener Land - Das Landratsamt Berchtesgadener Land informiert über eine Verordnung zum Schutz freilebender Katzen: „Spätestens ab 1. Februar 2023 müssen alle HalterInnen von freilaufenden Katzen im Gemeindegebiet Laufen diese mittels Mikrochip oder Tätowierung kennzeichnen, in einem Haustierregister registrieren und kastrieren lassen“, heißt es in der Pressemitteilung vom 2. August.

Berchtesgadener Land: Kastrations- und Chippflicht für freilaufende Katzen

Mit der Verordnung solle der Tierschutz unterstützt werden. Im nördlichen Teil des Landkreises entstehe nachweislich immer wieder großes Leid durch Kolonien herrenloser und verwilderter Katzen, die sich aus entlaufenen, ausgesetzten oder zurückgelassenen Hauskatzen und deren Nachkommen zusammensetzen, so die Begründung.

Die Lebenserwartung dieser Tiere sei aufgrund mangelnder menschlicher und medizinischer Betreuung und Versorgung sehr gering. Häufig auftretende Infektionskrankheiten (insbesondere an Augen und Atmungsapparat), Verletzungen und Unterernährung führen zu einer geringen Lebenserwartung und einem großen Leid der Tiere, so der Landkreis weiter.

Bisheriger Ansatz „nicht nachhaltig erfolgreich“

Bisher wurden regelmäßig freilebende Katzen durch Tierschutzvereine und Tierschützer eingefangen, tierärztlich versorgt, kastriert, an der Einfangstelle wieder freigelassen und nachbetreut. Dieser Ansatz gelte zwar als erfolgsversprechend, doch sei das aufwändige Engagement „nicht nachhaltig erfolgreich, solange aus den Reihen der gehaltenen Hauskatzen regelmäßig unkastrierte Tiere zuwandern und dadurch die Fortpflanzungskette aufrechterhalten.“

Katzenschutzverordnung in Laufen (Berchtesgadener Land)

Alle HalterInnen von freilaufenden Halterkatzen – also gehaltenen Katzen, die unkontrolliert freien Auslauf erhalten – müssen ihre Tiere mittels Mikrochip kennzeichnen, in einem Haustierregister registrieren und kastrieren lassen.

Die Katzenschutzverordnung für das Gemeindegebiet der Stadt Laufen tritt sechs Monate nach ihrer Bekanntmachung in Kraft. Die Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflicht gilt also ab 1. Februar 2023.

Wird ab Februar 2023 eine unkastrierte Halterkatze von der Gemeinde oder einer von ihr beauftragten Person im Schutzgebiet angetroffen, kann dem/der KatzenhalterIn von der Gemeinde aufgegeben werden, das Tier kastrieren zu lassen. Bis zur Ermittlung des Katzenhalters kann die Katze durch die Gemeinde oder eine von ihr beauftragte Person in Obhut genommen werden. Ist zur Ergreifung der Katze das Betreten eines Privat- oder Betriebsgeländes erforderlich, sind die Grundstückseigentümer oder Pächter verpflichtet, dies zu dulden und die Gemeinde oder eine von ihr beauftragte Person bei einem Zugriff auf die Katze zu unterstützen.

Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.

Das „Kastrationsmobil“ kastriert ehrenamtlich streunende Katzen

Kastrationspflicht für freilaufende Katzen in bayerischem Kreis - Ausnahmen möglich

Ausnahmen von der Kastrationspflicht (bspw. für Züchter) können auf Antrag durch das Veterinäramt Berchtesgadener Land zugelassen werden. Weitere Informationen bietet das Landratsamt Berchtesgadener Land auf seiner Website.

„Lassen Sie Ihre Katze kennzeichnen, registrieren und kastrieren. Achten Sie bitte auch darauf, dass Ihre Katze gesund ist, gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten geimpft und regelmäßig entwurmt wird. Denn damit schützen Sie Ihre eigene Katze ebenso wie freilebende Katzen“, appelliert das Veterinäramt Berchtesgadener Land. (kam)

Im Gebiet der oberen Aschauer Klamm auf der Nordwestseite der Reiter Alpe wird seit Kurzem Hund „Hardy“ vermisst. Er jagte offenbar Wild nach.

Auch interessant

Kommentare