Natur-Sensation

Hurra, der Luchs ist wieder da! Abschuss verboten

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Der Luchs ist ein scheues Tier. Charakteristisch sind die schwarzen Pinsel über seinen Ohren. 

Der Luchs ist zurück in Bayern. Nachdem die ungefährlichen Tiere mehr als 100 Jahre lang aus dem Freistaat verschwunden waren, kehren sie wieder zurück - doch die Bestände erholen sich nur langsam.

München – Schwarze Pinsel auf spitzen Ohren, ein ausgeprägter Backenbart und Augen, die das Licht reflektieren – Luchse sind einzigartige Tiere, auf die man selbst im Zoo nur sehr selten einen Blick erhaschen kann. In freier Wildbahn machen sie sich erst recht rar, mehr als 100 Jahre lang waren sie sogar komplett aus Bayern verschwunden. „Der Mensch hat den Luchs ausgerottet“, erklärt Uwe Friedel vom Bund Naturschutz. „Vor allem, weil er als Jagdkonkurrent galt.“

Diese Sichtweise hat sich in den vergangenen Jahrzehnten jedoch geändert. Heute gibt es Naturschutzgesetze, die das Lebensrecht für Luchse und Wölfe in ihrer alten Heimat anerkennen. „Deshalb sind Luchsabschüsse heutzutage illegal“, sagt Friedel. Nun kommt der Luchs wieder in den Freistaat, doch er tut sich schwer mit seiner Rückkehr.

„Es gibt zwei wesentliche Gründe, warum die Luchse es leider nur schwer von selbst schaffen, sich wieder auszubreiten“, weiß Friedel. „Zum einen sterben viele Luchse im Straßenverkehr und zum anderen gibt es leider immer noch eine relativ hohe Zahl an illegalen Abschüssen.“ Im Voralpenland tauchten bisher nur vereinzelt Luchse auf. So wurde im September 2017 der Luchs „Alus“ tot aus dem Saalachsee im Berchtesgadener Land gefischt – als Opfer von Wilderern. Im Bayerischen Wald gibt es dagegen wieder einige Exemplare. „Weil sie in den 70er-Jahren im Bayerischen Wald wieder angesiedelt wurden“, erklärt Friedel. „In diesem großen Waldgebiet mit vielen Versteckmöglichkeiten fühlt sich der Luchs besonders wohl. Zudem gibt es auf tschechischer Seite den Nationalpark Sumava, der den Lebensraum der Luchse dort bedeutend vergrößert.“

Friedel könne sich aber vorstellen, dass sich der Luchs auch im Voralpenland weiter ausbreitet. Um es ihm leichter zu machen, sollte die Verkehrs- und Straßensituation verbessert werden. „Zum Beispiel durch Leitsysteme und Grünbrücken“, rät Friedel. Zudem sei im Fall von Wilderei eine konsequente Strafverfolgung durch Polizei und Justiz nötig. „Und es ist wichtig, noch mehr Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, um Vorbehalte abzubauen. Der Luchs ist kein gefährliches Raubtier“, betont Friedel. „Und da wir fast überall in Bayern sehr hohe Rehbestände haben, auch kein Konkurrent für die Jäger.“ Wer beim Waldspaziergang auf einen Luchs trifft, dem droht Friedel zufolge keine Gefahr. „Nur wenn man einen Hund dabeihat, sollte man ihn gut unter Kontrolle halten, damit es keine Probleme gibt“, rät der Experte. Ansonsten solle man stehen bleiben, staunen und sich freuen – denn einen Luchs zu treffen sei ein äußerst seltenes Erlebnis.

Alicia Greil

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