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Alarm in bayerischen Kinderkliniken: Schwerer Atemwegsinfekt grassiert - prekäre Situation in München

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Von: Veronika Mahnkopf

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Alle reden von Corona, dabei ist unter Kindern ein anderes Virus auf dem Vormarsch - das den Kleinsten auch viel mehr Probleme machen kann. Kinderkliniken schlagen jetzt Alarm.

Update vom 27. Oktober, 9.53 Uhr: Die bayerischen Kliniken sind am Limit. Und zwar nicht nur auf den Corona-Intensivstationen, sondern vor allem die Kinderkliniken. „Die Krankenhäuser sind voll - und zwar bayernweit“, sagt der Vorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Bayern, Dr. Dominik Ewald Antenne Bayern. Grund sind Infektionen mit dem RS-Virus. Drei Jahrgänge würden sich immer wieder gegenseitig anstecken, die Drei- Vier- und Fünfjährigen. Das Virus kann vor allem für Säuglinge und Kinder im ersten Lebensjahr gefährlich werden.

In München* mussten Kinder bereits unter anderem nach Augsburg und Traunstein verlegt werden, da es in München kein Bett für kranke Kinder mehr gab, berichtet Chefarzt Prof. Dr. Jochen Peters vom Klinikum Dritter Orden in München-Nymphenburg dem Sender. Auch in Erlangen ist kein Bett mehr frei (siehe Erstmeldung).

Erstmeldung vom 26. Oktober, 10.26 Uhr:

Erlangen - Kein Bett mehr frei, heißt es aus dem Kinderklinikum Erlangen* seit Anfang dieser Woche. Das berichtet infranken.de und zitiert Klinikums-Direktor Prof. Dr. Joachim Wölfle: Das Krankenhaus stünde kurz vor einer Überlastungssituation.

RSV grassiert bei Kindern: Bayerische Klinik voll - „Wir tun was wir können“

Während Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München mit Landräten aus Bayern über die hohen Corona-Infektionszahlen debattiert und die hohe Inzidenz unter Schülern thematisiert (auch die Wiedereinführung der Maskenpflicht am Platz steht im Raum), macht in bayerischen Kinderkrankenhäusern ein ganz anderes Virus Sorgen*: RS (Respiratorische Synzytial-Virus). Es ist nicht neu, grassiert aber aktuell massiv vor allem unter Kleinkindern und kann eine schwere Atemwegserkrankung auslösen, bei der eine Sauerstoffgabe und somit ein Klinikaufenthalt notwendig werden kann.

Nach Corona-Lockdown schießen Zahlen der respiratorischen Viren in die Höhe

Kinderkliniken in Bayern klagen seit Jahren über massive Belastung gerade in den Herbst- und Wintermonaten, wenn Influenza und andere sogenannte respiratiorische Viren unterwegs sind. Nun, nach Monaten des Lockdowns, Kita- und Schulschließungen, Kontaktbeschränkungen und schärfster Hygienemaßnahmen schießen die Zahlen von Atemwegsinfektionen geradezu in die Höhe - ein Umstand, der mit Blick auf die Öffnung aller Lebensbereiche schon vor Monaten von Experten angekündigt wurde*.

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Und nun füllen sich eben auch die Kinderkliniken - wie in Erlangen. Infranke.de gegenüber teilt das Klinikum mit, dass es über elf Intensivbetten und insgesamt 146 Betten für die allgemeine Pädiatrie, Kinderkardiologie, Kinderchirurgie und Kinderurologie verfügt. Diese seien restlos belegt. „Wir tun, was wir können, um wenigstens jeden Tag einige neue Patienten aufnehmen zu können“, sagt Direktor Prof. Dr. Joachim Wölfle. Trotzdem komme es vor, dass zum Beispiel Kinder aus Nürnberg*, Fürth oder Erlangen in eine Klinik in Coburg oder Hof fahren müssen.*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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