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Internetkriminalität

Mehr "Cyber-Cops" in Bayern

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Im Kampf gegen Internet-Kriminelle rüstet Bayern auf. Bei allen Kriminalpolizeiinspektionen werde es künftig speziell geschulte Beamte geben, die sich mit Cyber-Kriminalität auskennen.

München - Im Kampf gegen Internet-Kriminelle rüstet Bayern auf. Bei allen Kriminalpolizeiinspektionen werde es künftig speziell geschulte Beamte geben, die sich mit Cyber-Kriminalität auskennen.

Im Kampf gegen die Internetkriminalität rüstet Bayern auf. Speziell ausgebildete Polizisten und EDV-Spezialisten sollen künftig Bürger beraten, der Wirtschaft gegen Spione beistehen und den Straftätern im Netz auf die Schliche kommen. Zentrale Anlaufstelle soll das Landeskriminalamt (LKA) mit einem „Cybercrime“-Kompetenzzentrum sein. Allein in Bayern hätten Kriminelle im Internet 2013 einen Schaden von weit mehr als 17 Millionen Euro angerichtet, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München bei der Vorstellung des Konzepts. Die Zahl der Straftaten sei um mehr als 10 Prozent auf gut 24 000 Fälle gestiegen.

Besonders anfällig ist dem LKA zufolge immer noch das Online-Banking, wo sich die Täter Zugang zum Computer verschaffen, geheime Daten ausspähen und Geld auf ihr Konto umleiten. Häufig seien auch Erpressungen, sagte der Leiter des LKA-Dezernats für „Cybercrime“, Günter Seibold. Dabei sperren die Täter etwa die Computer ihrer Opfer und fordern diese auf, für die Freischaltung Geld zu überweisen. Bisweilen tarnen sie sich als Polizeibehörde. Immer häufiger seien Kriminelle auch in sozialen Netzwerken unterwegs.

Dabei machen es Computernutzer den Verbrechern nach Ansicht der Ermittler oft zu leicht, indem sie sich nicht genug gegen Viren, Trojaner und andere Attacken wappnen. Seibold verglich das mit dem Bau eines Hauses ohne jeglichen Schutz vor Einbrechern. „Im Internet sehen wir genau das: wir sehen Häuser ohne Türen. Wir sehen Häuser ohne Fenster.“ Vor allem bei Smartphones seien die Benutzer beim Virenschutz nachlässig. „Das Handy ist wieder das Gefahrenpotenzial Nummer eins, weil es auch am schwächsten ist“, sagte Seibold. „Ich glaube, dass die meisten gar nicht wissen, was ihr Handy bereits alles für Daten weitervermittelt.“

Anlaufstelle für Betroffene sollen die Polizeiinspektionen sein. Hier werde es überall eigene Ansprechpartner für „Cybercrime“ geben, sagte LKA-Präsident Peter Dathe. Sie kümmerten sich um Delikte wie Online-Betrug oder Beleidigung. Schwierigere Fälle übernimmt die Kriminalpolizei, Straftaten im großen Stil oder mit internationalen Bezügen landen beim LKA. Die Zahl der sogenannten Cybercops soll deshalb laut Herrmann verdoppelt werden. Statt 25 sollen künftig 50 speziell geschulte EDV-Spezialisten im Internet ermitteln. Hinzu kommt das Cyber-Allianz-Zentrum des Landesamtes für Verfassungsschutz, das unter anderem Wirtschaftsunternehmen berät.

Als Herrmann im April sein Cyber-Konzept im Landtag vorstellte, hatte die SPD bemängelt, dass bei der Polizei Internetzugänge fehlten. „Wir haben das deutlich ausgeweitet“, sagte der Minister nun. Alle Kollegen, die mit derartigen Aufgaben betraut sind, hätten inzwischen Zugang zum Internet.

dpa

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