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Debatte im Rathaus: Bürgermeister schimpft über Senioren-„Schleicher“ – provozieren sie Unfälle?

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Von: Felix Herz

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Zwei Senioren im Auto (Symbolbild).
Debatte um Senioren im Straßenverkehr: Provozieren sie Unfälle durch langsames Fahren? (Symbolbild) © YAY Images / IMAGO

Bei der Vorstellung der Unfallstatistik entbrennt im Maxhütter Rathaus eine Debatte um zu langsam fahrende Senioren, die vermeintlich Unfälle verursachen.

Burglengenfeld – Die jüngst von Polizeioberkommissar Stefan Hannig im Rathaus von Burglengenfeld vorgestellte Unfallstatistik löste eine hitzige Diskussion aus. Mittendrin: Thomas Beer (CSU), Bürgermeister des Nachbarorts Teublitz. Ihn nerven die zu langsam fahrenden Senioren, die riskante Überholmanöver provozieren würden, heißt es auf nordbayern.de.

Laut der Unfallstatistik für die gesamte Oberpfalz ereigneten sich im Jahr 2021 ebenfalls mehr Unfälle als im Vorjahr. Mit 14.606 Unfällen sind das 8,4 Prozent mehr als 2020, schreibt otv.de in Bezug auf die Angaben von Polizeivizepräsident Thomas Schönig des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Auffällig dabei sind vor 21,7 Prozent mehr Geschwindigkeitsunfälle.

In Bayern kam es am Dienstag, 24. Mai, zu einem schweren Unfall bei Starkregen – Auto überschlägt sich mehrfach.

Unfallstatistik löst Debatte aus: zwischen langsamen Senioren und jungen Heißspornen

Laut Hannig wurden im Bereich der Polizeiinspektion Burglengenfeld im Jahr 2021 757 Unfälle erfasst, schreibt mittelbayerische.de. An 176 schweren Unfällen waren lediglich in 34 Fällen junge Leute im Alter von 18 bis 24 Jahren, die vermeintlich risikofreudigen Heißsporne, ursächlich beteiligt. Deutlich öfter verursachten die vermeintlich erfahreneren Autofahrer einen schweren Unfall: Die Altersgruppe 45 bis 64 sei demnach für 56 Unfälle verantwortlich. Auch die über 65-Jährigen seien öfter schuld als die jüngere Generation.

Gleichzeitig weist Hannig auf die Unzulänglichkeiten der Statistik hin. Die Altersgruppen seien unterschiedlich groß, zudem ignoriere sie den prozentualen Anteil der Fahrer in der jeweiligen Altersgruppe. Der Teublitzer Bürgermiester Thomas Beer nutzt die Gelegenheit trotzdem und übt Kritik an zu langsam fahrenden Senioren, die riskante Überholmanöver provozieren würden, heißt es auf nordbayern.de.

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Debatte im Rathaus: Wer ist denn nun Schuld an den Unfällen?

Vor allem auf der Strecke zwischen Burglengenfeld und Teublitz wundere sich Beer immer wieder, warum außerhalb der Ortschaften nur 60 km/h gefahren würde. Dies sei gefährlich, weil es andere Autofahrer zu riskanten Überholmanövern verleite, erklärte der 54-Jährige. Ob man also gegen die „Schleicher“ auch etwas unternehme? Hannig bejahte dies, es gebe für deutliches Unterschreiten der zulässigen Geschwindigkeit ein Bußgeld – jährlich würden sich diese Vergehen aber im einstelligen Bereich bewegen, schreibt mittelbayerische.de.

Widerworte erhält Beer auch von Burglengenfelds 2. Bürgermeister Josef Gruber (CSU): Nicht die Langsamfahrer seien schuld für Unfälle nach riskanten Überholmanövern, sondern die Fahrer, die sich beim Überholen verschätzten. Zudem müsse man Rücksicht auf ältere Menschen im Straßenverkehr nehmen, sie seien auf das Auto im ländlichen Raum angewiesen. Dem stimmte Beer zu und unterstrich laut mittelbayerische.de, dass er niemandem die Fahrerlaubnis entziehen wolle – dass aber auch die Kinder älterer Autofahrer deren Fahrtüchtigkeit ehrlich einschätzen sollen.

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