Von Wassermangel bis Waldbrand

Bayern stöhnt! Hitze wird zum Problem

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Von Wassermangel bis Waldbrand: Die Hitze wird zum Problem.

München - Und wieder wird das Thermometer am Dienstag auf satte 33 Grad klettern. Sommersonne pur! Doch immer mehr Menschen leiden unter der Hitze. Die tz listet die größten Ärgernisse auf:

Keine Frage, für Wasserratten und Sonnenanbeter ist dieser Juli und August bisher ein Traum, aber immer mehr Menschen leiden mittlerweile richtig unter der Hitze: So haben die Landwirte echte Probleme, ihr Vieh zu tränken, weil es besonders in den Bergregionen kaum mehr Wasser gibt. Autofahrer müssen sich schon seit Wochen über Tempolimits wegen gefährlicher Blow-ups ärgern. Dazu kommt: Das Wetter bleibt sonnig. Es kommt zwar Donnerstag und Freitag mal kurz eine Phase mit nur 24 Grad und ein bisserl Regen, am Wochenende wird es aber schon wieder bullenheiß. Die tz listet die größten Hitze-Ärgernisse auf:

  • Eine Kuh steht ratlos vor einem leeren Wassertrog: Vergangene Woche berichtete die tz, dass Bergbauern bei Lenggries und am Tegernsee ihre Rindviecher von der Alm in tiefere Lagen bringen müssen, weil die Quellen kein Nass mehr hergeben. Wassermangel! Mittlerweile betrifft die Situation auch Bauern bei Traunstein und in Garmisch. Und das ist nicht alles: Montag gab es Aktuelle WettervorhersageMeldungen, dass auch das Wasser für Wanderer auf den Hütten rationiert wird. Beispielsweise am Watzmann werden Bergfexe seit Montag gebeten, kein Wasser zum Händewaschen mehr „zu verschwenden“. Zudem sollen Dixi-Klos nach oben gebracht werden – weil kein Wasser mehr für „normale Klos“ eingesetzt werden soll. Aufgrund der anhaltenden Hitze sind bei einem Hähnchenmastbetrieb im westlichen Landkreis Cham tausende Tiere ums Leben gekommen: Hitzekollaps! In der Nacht zum Samstag waren durch die hohen Temperaturen in der Halle etwa 2500 der insgesamt 15 000 Tiere verendet.
  • Gefahr von Blow-Ups! Seit Wochen leiden Pendler und Reisende nun schon unter den Straßenschäden durch die Hitze. Beispiel A 92: Von Dingolfing bis München gilt ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern. Rund eine halbe Stunde mehr Fahrzeit müssen Niederbayern einplanen, die nach München wollen.
  • Auch viele Landwirte stöhnen über Ernteeinbußen. So wird die Kartoffelernte zum Beispiel um gut 30 Prozent schlechter ausfallen als im Vorjahr. Auch bei Obst undDie Badeseen in München und Umgebung Gemüse gibt es Einbußen, zudem müssen die Felder ständig bewässert werden – mit Folgen: Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner erwartet deutliche Preissteigerungen für Obst und Gemüse. Bei Obst sei das Preisniveau im Juli (verglichen mit 2012) im Schnitt um bis zu zehn Prozent gestiegen. Nur dem Getreide tut die Hitze eher gut.
  • Die Waldbrandgefahr war seit dem Wahnsinns-Sommer 2003 nicht mehr so hoch wie derzeit. Warnstufe 5! Sogar Flugzeuge sind permanent über Bayern im Einsatz, um Brandherde zu orten.
  • Die Hitzewelle hat aber auch Folgen für unsere Wälder im Generellen: Abgesehen von der Feuergefahr sorgt die Trockenheit für „Wasserstress“ in den Wäldern – vor allem dort, wo die Böden sandig und kiesig sind. „Blätter und Nadeln verschließen ihre Atemporen, damit kein Wasser verdunstet“, erklärt Franz Brosinger, Referatsleiter Waldschutz und Waldbau im Forstministerium. Das führe dazu, dass sich das Laub vorzeitig herbstlich färbe und das Wachstum aufhöre. Auch Nadelhölzer seien dann weniger vital und könnten sich schlechter gegen Schädlinge wehren.

Noch ein Hitze-Problem: Unwetter! So kam es Montag im Raum Augsburg zu Gewitterstürmen, Bahnstrecken mussten gesperrt werden, weil Bäume auf Gleise gestürzt waren. Zudem wurden Häuser abgedeckt und drei Menschen durch herabfallende Äste verletzt. Vorsicht, auch heute Abend besteht für Teile Niederbayerns und Schwabens wieder Unwetterwarnung.

tz

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