Klimaforscher schockiert: Rasanter Temperaturanstieg in nur 5 Jahren

Bayern trocknet aus!

+
Forscher warnen vor den Folgen des Klimawandels. Der Temperaturanstieg ist dramatisch.

Dass der Klimawandel uns mächtig einheizt, weiß mittlerweile jedes Kind.

Aber wie sehr das tatsächlich der Fall ist, erstaunt selbst Meteorologen: Die Arbeitsgruppe Klimaveränderung und Wasserwirtschaft (KLIWA) des DWD und der Umwelt-Landesämter in Bayern und Baden-Württemberg hat jetzt einen dramatischen Temperaturanstieg allein in den vergangenen fünf Jahren in Süddeutschland festgestellt. „Für die Schneedeckenschicht und vor allem die Pegelhöhen in den Flüssen hat das gravierende Auswirkungen“, sagt Meteorologe Bernd Dietzer.

Zwar wisse man, dass der Temperaturtrend nicht linear zunehme, sondern exponentiell. Vereinfacht gesagt: Die Temperaturkurve steigt immer steiler an. „Das liegt zum Großteil an der stetig steigenden CO2-Konzentration in der Atmosphäre.“ Aber gleich so extrem?: Während die Temperatur laut KLIWA-Monitoringbericht 2008 in zwischen 1931 bis 2000 durchschnittlich um 0,8 Grad gestiegen ist, ist sie im erweiterten Zeitraum 1931 bis 2005 um ein ganzes Grad gestiegen! Dieses Zahlen alarmieren sogar das Umweltministerium. „Das heißt, dass es anfänglich 70 Jahre dauerte, bis Bayern 0,8 Grad wärmer wurde, von 2001 an ging es rapide. Kaum fünf Jahre später waren es schon 1,1 Grad,und noch ein Jahr später – 2007– 1,6 Grad“, so Minister Otmar Bernhard. Besonders betroffen sind die Kalendermonate Januar, August und Dezember. Dort stieg das Temperaturmittel in allen bayerischen Regionen um 1,3 bis 2,3 Grad.

„Dass die Wintertemperatur stark zunimmt, war bislang klar. Seit 2001 aber verzeichnen wir auch einen starken Anstieg im Sommer“, so Meteorologe Dietzer. „Bislang haben wir im Bereich der Wasserwirtschaft immer nur mit steigender Hochwassergefahr gerechnet, jetzt müssen wir auch die Gefahr von Niedrigwasser im Sommer fest einkalkulieren.“

Allgemein betrifft das Niedrigwasser vor allem solche Flüsse, die nicht oder kaum gestaut werden. Während im Main zum Beispiel die Wassertiefe auch bei sinkendem Pegel annähernd gleichbleibt, kann die Schiffahrt auf der Donau in den Sommermonaten fast ganz zum Erliegen kommen. Im Jahrhundertsommer 2003 etwa war der Pegel zwischen Straubing und Deggendorf nur 2,30 Meter hoch, der mittlere Wasserstand war in diesem Jahr mit 3,56 Meter ohnehin niedrig. Die Folge: An 94 Tagen war der für die Schifffahrt notwendige Pegel nicht erreicht worden.

Auch an den Seen wurde das Wasser in den vergangenen Jahren knapp: Im Mai 2007 etwa hatte sich das Volumen des Sylvenstein-Speichers bei Lenggries fast halbiert, der Pegel fiel um fünf Meter. Selbst wenn der Pegelfall nicht so drastisch ist: An verdörrte Uferbereiche muss sich der Bayer und auch der Tourist gewöhnen. Auch die Wasserqualität leidet: Das warme Wasser ist ein prima Nährboden für Algen und Bakterien.

Dass der Klimawandel nicht bloß Theorie ist, darauf weist auch der Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) hin: Er stellt sogar in Frage, ob die Olympischen Winterspiele 2018 in München, Garmisch-Partenkirchen und am Königssee überhaupt stattfinden können. Zum Beispiel in Garmisch-Partenkirchen sei der Energieaufwand für die künstliche Kühlung der Skisprungschanze und für die Schneekanonen immens. „Wie soll man das mit der ökologischen Nachhhaltigkeit vereinbaren?“, fragt der BN. Und das ist nur eine der Sorgen der Naturschützer – bei dieser drastischen Klimaveränderung.

Nina Bautz

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Bewaffneter Mann war auf der Flucht - Nach Festnahme ist wichtige Frage noch ungeklärt
Bewaffneter Mann war auf der Flucht - Nach Festnahme ist wichtige Frage noch ungeklärt
Frau (47) überholt Polizei von rechts mit fast 200 km/h - und im Auto sitzt sie nicht allein
Frau (47) überholt Polizei von rechts mit fast 200 km/h - und im Auto sitzt sie nicht allein
Mercedes-Fahrer kracht in Audi: Heftiger Unfall auf B13 - Bild der Verwüstung
Mercedes-Fahrer kracht in Audi: Heftiger Unfall auf B13 - Bild der Verwüstung
Schwerer Unfall auf A8: Massenkarambolage mit 18 Verletzten - neue Details zu Unfallhergang
Schwerer Unfall auf A8: Massenkarambolage mit 18 Verletzten - neue Details zu Unfallhergang

Kommentare