Der Freistaat hat die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer

Bayern überholt das Musterländle

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Rainer Bomba von der Bundesagentur für Arbeit (l.) und Ministerpräsident Günther Beckstein hatten bei der Vorstellung der Arbeitsmarktdaten gut Lachen.

Nürnberg - Frohe Kunde aus Nürnberg! Erstmals seit 15 Jahren sind in Deutschland weniger als 3,2 Millionen Menschen arbeitslos.

Die Quote ging auf 7,5 Prozent zurück, vor einem Jahr lag sie noch bei 8,8 Prozent. Besonders gut waren die Nachrichten für Bayern: Der Freistaat hat mit 3,8 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote aller Länder vorzuweisen und überholt damit den bisherigen Klassenprimus Baden-Württemberg.

Die Jubel-Zahlen kommen Ministerpräsident Günther Beckstein drei Monate vor der Landtagswahl gerade recht. Um den Erfolg gebührend zu feiern, verlegte Beckstein die Bekanntgabe der Botschaft von Nürnberg in die Münchner Staatskanzlei. Damit bricht die Bundesagentur mit ihrer jahrelang gewohnten Vorgehensweise. außerdem wurden die Zahlen statt wie üblich um 10 Uhr erst um 13.30 Uhr vorgestellt. Die FDP warf der CSU deshalb unfaires Wahlkampfgebaren vor. „Hier wird die Bekanntgabe von Jubelzahlen eigens von Nürnberg nach München verlagert, damit sich die Christsozialen mit fremden Federn schmücken können“, so der Generalsekretär der Bayern-FDP, Martin Zeil.

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Bayern im vergangenen Monat um 17 500 auf 252 000 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr waren sogar 77 000 Menschen weniger arbeitslos. Beckstein sieht damit die bayerische Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik bestätigt. „Wir haben seit vielen, vielen Jahren wieder die Spitzenstellung auf dem Arbeitsmarkt erreicht“, so Beckstein bei Bekanntgabe der Zahlen in München. „In einem guten Teil Bayerns herrscht bereits praktisch Vollbeschäftigung“, betonte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

Die Opposition sieht das freilich anders. „Angesichts der immer noch ungelösten Strukturprobleme gerade in Nordostbayern ist es absurd, von einer wirklichen Vollbeschäftigung zu reden“, kritisierte SPD-Fraktionsvize Thomas Beyer. Es gebe bei weitem nicht Arbeit für alle in Bayern. „Auch wenn es der Ministerpräsident noch so sehr nötig hat, sich selbst das Weihrauchfass zu schwenken: Die Entwicklung auf dem bayerischen Arbeitsmarkt ist kein Anlass zur Selbstzufriedenheit“, warnten auch die Grünen. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Partei, Eike Hallitzky, wies auf die Stellenabbaupläne von Siemens, BMW und der Hypovereinsbank hin.

Quelle: tz

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