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„Hohe“ Waldbrandgefahr in Bayern: DWD warnt besonders Ausflügler – „Im Wald gilt äußerste Vorsicht“

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Von: Helena Grillenberger

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Die Waldbrandgefahr in Bayern ist dieses Wochenende sehr hoch. Ausflügler sollten vorsichtig sein.
Die Waldbrandgefahr in Bayern ist dieses Wochenende sehr hoch. Ausflügler sollten vorsichtig sein. © Philipp Schulze/dpa/Symbolbild

Vorsicht bei Ausflügen am Wochenende in die Natur. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor hoher Waldbrandgefahr. Der kleinste Funke reicht bereits aus.

München – Viele Menschen denken beim Stichwort Waldbrandgefahr wohl eher an Sommer, Hitze, vertrocknetes Gras und leere Regentonnen. Aber nicht an Tage, an denen Autofahrer morgens erst das Eis von den Scheiben kratzen müssen.

Dennoch: Die Waldbrandgefahr steigt in diesen Tagen vor allem in der Nordhälfte des Freistaats auf die vierte von fünf Stufen. Der Graslandfeuerindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der die Feuergefährdung von offenem, nicht abgeschattetem Gelände mit abgestorbener Wildgrasauflage angibt, steht bereits flächendeckend in ganz Bayern auf Stufe vier. Am Wochenende steigt er auch in den wenigen verbliebenen Fleckchen am Alpenrand auf „hoch“ an.

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Waldbrandgefahr in Bayern: Kaum Niederschlag im März

Der Grund: Der fehlende Regen- oder Schneefall. „Den März kann man bayernweit als knochentrocken bezeichnen. Das ist noch nicht mal übertrieben“, heißt es vonseiten des DWD. „An nahezu allen Stationen ist seit März überhaupt kein Niederschlag gefallen.“ Selbst im Osten Bayerns, wo es zwischenzeitlich kurz regnete, kam nicht einmal ein Liter pro Quadratmeter zusammen. „Das ist gar nichts. Normalerweise hätten jetzt schon rund 16 Liter fallen sollen“, so der DWD-Experte mit Blick auf die langjährigen Durchschnittswerte. Dazu komme noch der trockene Wind.

„Im Wald gilt jetzt äußerste Vorsicht!“, warnt deshalb auch Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU). Die Böden seien vielerorts mit trockenen, leicht entzündlichen Blättern, Zweigen und Nadeln bedeckt. „Schon ein Funke oder eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe kann ausreichen, um einen folgenschweren Brand auszulösen.“

Auch beim Parken heißt es Aufpassen: Heiße Katalysatoren können leicht entzündbaren Untergrund schnell in Flammen setzen. Mehrere Bezirksregierungen haben deshalb bereits Beobachtungsflüge angeordnet. Auf sonnigen Grasflächen sei die Brandgefahr besonders groß; der Nachtfrost reduziere das Brandrisiko nicht, hieß es etwa aus Unterfranken.

Waldbrand: Großeinsatz der Feuerwehr 2016

Zudem sei wegen des anhaltend sonnigen Wetters mit einer großen Zahl an Wochenendausflüglern zu rechnen, betonte die Behörde – und bat, keinesfalls mit offenem Feuer zu hantieren oder zu rauchen. Vor allem nachmittags sei die Gefahr besonders hoch.

„Diese Frühjahrstrockenheit ist nichts Ungewöhnliches, das kommt immer mal wieder vor“, ordnet der DWD-Experte ein. Unvergessen in Oberbayern: Zwei Männer, die in der Silvesternacht 2016 auf dem Jochberg nahe Kochel am See ein Lagerfeuer entzündeten und damit große Teile des Berges in Brand setzten.

Es folgte ein Großeinsatz, der rund eine halbe Million Euro kostete, bei dem Hubschrauber mit Wasserbomben die Flammen erst nach Tagen unter Kontrolle brachten. „Gerade am Endwinter, im Februar und März, sind die Bäume noch nicht so mit Wasser versorgt wie im April und Mai“, erklärt der DWD-Meteorologe.

Waldbrandgefahr am Wochenende: Nächste Woche könnte es regnen

Während die Waldbrandgefahr am Freitag zunächst vor allem in Ober- und Mittelfranken sowie in der Oberpfalz und Niederbayern auf „hoch“ steigt, kommen am Samstag Unterfranken und nördliche Teile Oberbayerns und Schwabens hinzu. Am Sonntag sinkt die Warnstufe dann vielerorts voraussichtlich wieder, weil die Wetterexperten durchziehende Wolken statt strahlendem Sonnenschein prognostizieren.

Der Graslandindex bleibt jedoch weiter auf hoch. Denn noch immer ist kein Regen in Sicht: „Erst von Dienstag auf Mittwoch könnte sich die Lage zumindest in Nordbayern etwas ändern, da scheint etwas an Regen hereinzukommen“, sagte der Meteorologe. (dpa/lby)

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