Bezirke verzweifelt wegen Platzmangels!

Wohin mit den Asylbewerbern?

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Eine Familie in einem Münchner Asylbewerberheim

München - Rund 23 000 Flüchtlinge leben momentan im Freistaat. Doch die Flüchtlingswelle wird zum Problem. Der Grund: Die Regierungen der bayerischen Bezirke haben schlichtweg keine Unterkünfte mehr für die Gäste.

Der Krieg in Syrien, die Kämpfe in Afghanistan, die Armut und Korruption in Afrika – dies sind nur drei Beispiele, warum immer mehr Menschen aus aller Welt derzeit nach Deutschland fliehen, um hier in Sicherheit ein besseres Leben führen zu können. Rund 23 000 leben momentan insgesamt im Freistaat. Doch die Flüchtlingswelle wird zum Problem. Der Grund: Die Regierungen der bayerischen Bezirke haben schlichtweg keine Unterkünfte mehr für die Gäste. Sogar per Zeitungsanzeigen wird inzwischen händeringend nach Häusern oder Hallen gesucht!

Die Zahlen sprechen für sich: Mitte der 90er Jahre (als das ehemalige Jugoslawien zusammengebrochen war) kamen mehr Flüchtlinge als je zuvor nach Bayern: 18 360 Menschen waren es damals in einem einzigen Jahr. Eine Zahl , die heuer möglicherweise überschritten wird. Das wäre dann eine Verdoppelung der Asylantenzahl binnen zwölf Monaten! Wie dramatisch die Situation dadurch ist, zeigt das Beispiel München: Allein im September hat die Erstaufnahmeeinrichtung (die inzwischen auf mehrere über das ganze Stadtgebiet verstreute Liegenschaften verteilt ist) über 1000 Personen aufgenommen. Täglich kommen dort bis zu 100 Asylbewerber an – etwa die Hälfte aus Syrien. Allein in der ersten Oktoberwoche mussten sogar 800 Personen erstmals aufgenommen und versorgt werden. Nur: Wohin mit den vielen Menschen? „Wir suchen dringendst zusätzliche Unterkünfte“, so der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand. Um die Lage etwas zu entschärfen, hat man sogar schon Turnhallen (wie beispielsweise in Miesbach) zu Asyl-Unterkünften umfunktioniert.

Mit seinem Hilferuf ist Hillenbrand wahrlich nicht alleine. Auch in der Oberpfalz weiß man nicht mehr weiter: „Ich bitte nochmals dringend um die Mitteilung geeigneter Immobilien für die Einrichtung von Gemeinschaftsunterkünften“, erklärt Regierungspräsidentin Brigitta Brunner. Auch Zeitungsanzeigen habe man schon geschaltet. So fehle beispielsweise im Landkreis Regensburg der Platz für 70 Asylbewerber, in Schwandorf für 59.

Wie die Asylbewerber verteilt werden? Je nach Einwohnerzahl werden den Bezirken prozentual Flüchtlinge zugeteilt. Nur: Ob es dort auch Raum und Platz gibt, interessiert anscheinend niemanden. Und beim Bau von Containern auf staatlichem Grund bremse der Freistaat, schimpfen Kritiker. Ob die Zustände bald das Niveau von Hamburg und Sachsen erreichen? Dort werden für die die Flüchtlinge schon Zeltlager angelegt – und das kurz vor dem Winter!

Wo die Flüchtlinge untergebracht sind

Nach tz-Recherchen leben derzeit fast 23 000 Asylbewerber in Bayern. Ein Rekord. Die Tabelle zeigt, in welchen Bezirken wie viele der Flüchtlinge untergebracht sind:

Bayerischer Bezirk Asylbewerber Gesamteinwohner
Oberbayern 7722 4,43 Millionen
Niederbayern 2205 1,19 Millionen
Oberpfalz 2100 1,08 Millionen
Unterfranken 3037 1,3 Millionen
Oberfranken 1621 1,06 Millionen
Mittelfranken 3818 1,71 Millionen
Schwaben 3086 1,78 Millionen

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