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Bayern3-Gewinner Otto: "Stand da wie ein Bub"

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Strahlen in Hamburg: Julia Liebing (l.) und ihr Kollege Thorsten Otto von Bayern3 mit ihrem Preis und Laudatorin Christiane Paul.

München - B3-Radiomann Thorsten Otto hat den Deutschen Radiopreis verliehen bekommen. Wir trafen den Preisträger zum Interview.

Der Otto – ich hör ja nicht viel Radio, aber das ist doch der mit den tollen Interviews?“ – So was hört man immer wieder über den B3-Radiomann Thorsten Otto. Jetzt hat der 50-Jährige den Deutschen Radiopreis für sein Interview mit Gaby Sonnenberg bekommen – jener Frau, die zwei Mal an Leukämie erkrankt ist und dennoch nie ihren Humor und ihre Energie verloren hat. Unser Gespräch mit Otto:

Herr Otto, Glückwunsch! Einmal gingen Sie schon leer aus – war’s diesmal eine „gmahde Wiesn“?

Thorsten Otto: Ich hab noch weniger damit gerechnet als bei meinem Interview mit Iris Berben. Die Überraschung war riesig – ich hab mich gefühlt wie damals als Zwölfjähriger, als ich die Tennis-Bezirksmeisterschaften in der Oberpfalz gewohnnen hatte. Ich stand wieder da wie ein kleiner Bub und dachte, ich fall gleich um. Großartig!

Wie machen Sie das mit Ihren Gesprächspartnern?

Otto: Gute Vorbereitung und Neugier. Ich interessiere mich für Menschen. Schon als Kind, wenn ich durch die Straßen bin, habe ich mir immer vorgestellt, wie der Mensch so tickt, der gerade vor mir über die Straße geht. Was geht in ihm vor? Das wurde mir wohl in die Wiege gelegt.

Fühlen Sie gleich vorm Interview, ob es ergiebig wird?

Otto: Zum Teil schon – aber das ist ja die Herausforderung, diese Menschen zu knacken. Es gibt Leute, die immer die selben drei Geschichten erzählen. Aber das frustriert mich nicht – ich denke mir: Ich krieg dich schon noch …

Haben Sie ein Beispiel?

Otto: Vor dem Interview mit Herbert Grönemeyer war ich zum Beispiel sehr skeptisch. Hat tausende Interviews geführt, ist ein Topstar. Aber dann haben wir gekichert wie die Schulbuben.

Wissen Sie noch den Auslöser?

Otto: Ja. Wir hatten in der Sendung Peter Neururer angerufen, der damals Trainer des VfL Bochum war. Grönemeyer ist ja großer VfL-Fan. Was wir nicht wussten: Neururer war grad mit der Mannschaft im Bus unterwegs – und auf einmal grölten alle durch die Mikros Grönemeyers Bochum-Lied. Der Herbert ist fast vom Stuhl gefallen vor Lachen und Rührung. Das sind magische Momente für die Ewigkeit.

Das Glück des Tüchtigen …

Otto: Wenn mich junge Radio-Leute fragen, wie ich das mache, dann sage ich nur: keine Ahnung. Ich behandle jeden Gast vom Kaiser bis zur Hausfrau mit demselben Respekt, auf gleicher Ebene.

Wen hätten Sie gern vorm Mikro?

Otto: Die Klassiker. Den Papst etwa. Ich bin wahnsinnig neugierig, ob sich seine Aura so überträgt. Und Beckenbauer – ob er wirklich eine spirituelle Seite hat.

Und was nehmen Sie von Ihren Partnern mit?

Otto: Dass man seine Problemchen nicht so ernst nehmen soll. Etwa im Vergleich zu Gaby Sonnenberg. Ihr Optimismus, ihr Lebensmut sind großartig. Man kann von ihr Demut lernen.

Interview: Matthias Bieber

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