Er hechtete seinem Handy hinterher und stürzte vom Balkon

1000 Schutzengel retten Bayernliga-Torwart (19)

Der 19-Jährige Torwart Patrick Schorpp stürzte vom Balkon eines Hauses in Bad Aibling (Bild links) aus dem 3. Stock in die Tiefe. Weil er instinktiv eine Schutzhaltung angenommen hat, überlebte er den Unfall.

Rosenheim – Er hatte 1000 Schutzengel: Ein Torwart aus der Bayern-Liga ist vom Balkon eines Hauses zwölf Meter in die Tiefe gestürzt. Der 19-jährige Rosenheimer kam mit vergleichsweise leichten Verletzungen davon – wie durch ein Wunder.

So ganz kann er sein Glück immer noch nicht fassen. „Ich hatte wirklich 1000 Schutzengel an diesem Tag“, sagt Patrick Schorpp noch auf dem Krankenbett. Der 19-jährige Torwart des Bayernligisten TSV 1860 Rosenheim stürzte vergangene Woche aus zwölf Metern Höhe direkt auf den Asphalt. Wie durch ein Wunder hat der Sportler diesen Sturz überlebt. Der tz erzählte er seine Wahnsinns-Geschichte.

Patrick Schorpp, Torwart des Bayernligisten TSV 1860 Rosenheim, ist ein durchtrainierter Sportler. Das und seine Torwarterfahrung haben ihm womöglich das Leben gerettet.

Es ist vergangene Woche am Dienstagabend. Der gelernte Sport- und Fitnesskaufmann trifft sich mit seinem Kumpel Matthias in dessen Wohnung in Bad Aibling. Sie wollen zum Feierabend noch ein bisschen Playstation zocken. Als Matthias eine Zigarette rauchen will, gehen sie trotz der Kälte kurz auf den Balkon. Patrick kontrolliert währenddessen an der frischen Luft seine SMS auf seinem iPhone. Plötzlich rutscht ihm das Handy aus der Hand. Ist es der Torwart-Reflex? Denn der Fußballer reagiert sofort und greift nach seinem Handy. Weil der Boden am Balkon leicht angefroren ist, rutscht Patrick durch die schnelle Bewegung aus und verliert das Gleichgewicht. Er stürzt über das Balkongeländer.

„Mein Freund hat noch versucht, meine Hand zu greifen, aber es ging alles so schnell.“ Aus zwölf Metern Höhe fällt Patrick aus dem dritten Stock auf den Betonboden vor dem Haus. Danach hat er einen Blackout. Bewusstlos liegt er am Boden, sein Kumpel rennt hinunter, ruft den Notarzt. Die Diagnose im Krankenhaus erstaunt sogar die Mediziner: Das Becken und zwei Wirbel sind angebrochen, einige innere Organe gequetscht. „Alle Ärzte sagen, ich habe riesiges Glück gehabt“, sagt der 19-Jährige. Womöglich habe er aufgrund seiner Torwart-Erfahrung unbewusst eine Schutzhaltung angenommen, die ihn vor Schlimmerem bewahrte.

Bis er wieder im Tor steht, wird es dauern, aber vielleicht kann er schon bald das Krankenhaus verlassen. Seine Mannschaft hat ihn bereits in der Klinik besucht. Genauso wie sein Kumpel Matthias, der laut Patrick wohl den „Schock seines Lebens“ hatte. Und wie geht’s dem Handy? „Dem geht’s wie mir. Ein paar Kratzer, ein paar Dellen, aber es hat überlebt“, sagt der 19-Jährige und lacht.

Antonia Wille

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