Bummel durch seine Nürnberger Heimat

So genießt Gustl Mollath seine Freiheit

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Gustl Mollath

Nürnberg - Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Mit einem Freund schlenderte Gustl Mollath durch die Nürnberger Innenstadt, bummelte durch Geschäfte – musste aber auch einige Behördengänge erledigen.

Am vergangenen Dienstag war es endlich so weit: Gustl Mollath wurde nach sieben Jahren Psychatrie in die Freiheit entlassen. Der 56-Jährige tauchte erstmal bei einem Freund unter, um dem ganzen Wirbel um seine Person zu entgehen. Am Donnersttag entschied sich Mollath, sich zum ersten Mal frei in der Öffentlichkeit zu zeigen. Mit einem Freund schlenderte er durch die Nürnberger Innenstadt, bummelte durch Geschäfte – musste aber auch einige Behördengänge erledigen. Seine Worte: „Ich genieße das hier richtig!“

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – nach diesem Motto startet Mollath seinen ersten Heimat-Ausflug: Zuallerst stand die Wiederbeschaffung von Ausweisdokumenten auf dem Plan. Für Gustl Mollath ging es also in das Einwohnermeldeamt in Nürnberg, begleitet wurde er von seinem langjährigen Freund Edward B. Klar, dass den berühmten Bayer dort jeder kannte, schnell wurde ihm erklärt, welche Formulare er ausfüllen muss. Danach ging es in einen Fotoladen – denn auch Passfotos hat der 56-Jährige nicht mehr.Die Mitarbeiter im Fotogeschäft beglückwünschten Mollath und schenkten ihm seinen allerersten Satz Passfotos seit sieben Jahren. Bei einem Kaffee erzählte Mollath ein wenig aus seinem Klinikalltag.

Dann ging’s auch schon weiter. Nächster Halt: Führerscheinstelle. Doch das erste Problem: Für einen neuen Führerschein braucht Gustl Mollath einen festen Wohnsitz. Der fehlt ihm momentan noch. Enttäuscht zog der 56-Jährige weiter, wurde aber schnell aufgemuntert. Schließlich erkannten viele Passanten Gustl Mollath. Sie reichten ihm die Hand, klopften ihm auf die Schulter und sprachen Mut zu. Man merkt: Gustl Mollath ist willkommen. Seine Fürsprecher allgegenwärtig. Er selbst nimmt seine Freiheit gelassen. Stück für Stück erobert er sich sein Leben zurück. Besuchte Plätze seiner unfassbaren Geschichte, wie die HypoVereinsbank oder das Polizeipräsidium Nürnberg. Zur Feier des Tages ließ er den Tag in der historischen Bratwurstküche „Zum Gulden Stern“ in der Zirkelschmiedsgasse ausklingen. Eines seiner Lieblingslokale. Auch hier schüttelten fremde Menschen Bayerns bekanntestem „Gefangenen“ begeistert die Hand. Mollath bescheiden: „Es ist schön, so aufgenommen zu werden. Sehr schön!“

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