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Bayerns Brauer warnen vor Bier-Hamsterkäufen – Kohlensäuremangel gefährdet Produktion

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Von: Tanja Kipke

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Der Mangel an Kohlensäure macht den bayerischen Bierbrauern zu schaffen. Erste Produktionen werden eingestellt. Der Brauverband warnt vor Hamsterkäufen.

München – Brauereien leiden unter steigenden Preisen und Lieferengpässen. Schuld ist unter anderem der hohe Gaspreis. Kohlensäure ist daher ebenfalls Mangelware auf dem deutschen Markt. Erste Brauereien haben nicht mehr genug Kohlensäure, um all ihre Getränke herzustellen. Um die „wichtigen“ Produkte wie Bier und Spezi zu sichern, steht die Limonaden-Produktion daher bei einigen seit Tagen still. Jetzt haben erste Bierbrauereien auch die Produktion von Spezialbieren gestoppt.

„Erste Brauereien verzichten wegen zu geringer Kohlensäurelieferungen bereits auf die Herstellung bestimmter Spezialitäten-Biere und konzentrieren sich auf ihre Hauptprodukte“, sagte Bayerns Brauer-Präsident Georg Schneider der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstagsausgabe).

Bayerisches Bier wegen Kohlensäuremangel gefährdet: Brauverband warnt vor Hamsterkäufen

Schneider rät eindringlich von Bier-Hamsterkäufen ab. „Zum einen wird es im Winter genug Bier zumindest der Hauptsorten geben, zum anderen ist Hamstern für unsere Branche kontraproduktiv, weil uns dann das Leergut ausgeht.“ Laut Schneider leiden immer mehr Brauereien darunter, dass wegen des Erdgasmangels in der Produktionskette auch weniger Kohlensäure als Nebenprodukt der Ammoniakherstellung in Deutschland zur Verfügung stehe.

Bier statt Klopapier? Der Bayerische Brauverband warnt vor Bier-Hamsterkäufen.
Bier statt Klopapier? Der Bayerische Brauverband warnt vor Bier-Hamsterkäufen. (Symbolbild) © Daniel Schäfer/dpa

Händler böten derzeit nur etwa 30 Prozent der Kohlensäure an, die normalerweise zur Verfügung stehe. Die Kohlensäure sei besonders für den Abfüllvorgang wichtig, um aus leeren Flaschen den Sauerstoff zu verdrängen. Kohlensäure sei jedoch auch für andere Branchen ein begehrtes Gut: „Hier konkurrieren wir Brauer etwa mit Fleischbetrieben, welche die Substanz etwa bei verpackter Wurst brauchen“, sagte Schneider. Man brauche dringend ein „Energie-Deckel“ für das Handwerk und den Mittelstand.

Die Bayerischen Ernährungshandwerke (Müller, Bäcker, Konditoren, Brauer und Metzger) fürchten wegen der hohen Energiepreise flächendeckende Schließungen. Sie fordern Maßnahmen von der Politik.

Bierpreise steigen wahrscheinlich stark an

Der Deutsche Brauerbund rechnet daher mit steigenden Bierpreisen. Der Mangel an Ammoniak führe zu fehlenden CO2-Mengen, die anderweitig beschafft werden müssten, so der Brauerbund. Wegen der knapp verfügbaren Mengen und „deutlich teureren Preise“ seien steigende Bierpreise daher „sehr wahrscheinlich“, warnte der Brauerbund. (tkip/dpa)

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