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Supermarkt unterm Hammer: Alles muss raus bei Real in Bayreuth - und warum sich darüber Kälber freuen

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Von: Thomas Eldersch

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Eine Frau schiebt einen Einkaufswagen an Real-Kassen vorbei.
In Bayreuth wurde das Innenleben eines Real-Markts versteigert. Über 400 Artikel kamen unter den Hammer. (Symbolbild) © Friso Gentsch/dpa

Eine Supermarkt-Schließung ist für die Angestellten nie leicht - bei anderen weckt sie allerdings Goldgräberstimmung. So geschehen bei einem Real-Markt in Bayreuth.

Bayreuth - Was bleibt, wenn ein Supermarkt für immer seine Tore schließt. Eine Menge leerer Regale, verwaiste Gänge und findige Schnäppchenjäger. Denn nach dem Einkauf ist vor dem Einkauf. So lief es jetzt zumindest bei einer ehemaligen Real-Filiale in Bayreuth* ab. Nachdem die letzten Preis-Knaller übers Band gelaufen sind, wurde das Band gleich mitverkauft.

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Bayreuth: Real-Markt schließt für immer und verkauft sein Interieur

421 Artikel standen auf der Auktionsliste des Nürnberger* Unternehmens „Restlos“, welches sich um die Räumungsaktion des Real-Markts in Bayreuth gekümmert hat. Darunter fanden sich naheliegende Waren wie Wühltische oder Gabelstapler. Als extravaganter Kunde konnte man sogar bei den Neon-Buchstaben des Firmenlogos zuschlagen - wofür auch immer man sie braucht. Häufig werden solche Produkte zweckentfremdet, weiß Anton Blättler, der die Auktion organisiert hat. Er verriet dem BR auf welche verrückten Ideen viele seiner Kunden kommen, wenn es um altes Supermarkt-Interieur geht.

Beispielsweise die Unterstellhäuschen für Einkaufswagen würden sich großer Beliebtheit erfreuen. Vor allem Landwirte und Gartenfreunde schlagen hier gerne zu. Die einen machen daraus ein Gewächshaus für den heimischen Gemüseanbau. Die anderen nehmen die Überdachung für ihre Kälber her, damit diese sich bei Regen ins Trockene retten können. „Es gibt oft Verwendungen für Sachen, an die man gar nicht denken würde“, sagt Blättler dem BR.

Bayreuth: Mitarbeiter verlieren mit Marktschließung ihre „Familie“

Mit einem weinenden Auge sehen die ehemaligen Mitarbeiter der Real-Filiale zu, wie ihr einstiger Arbeitsplatz nach und nach unter dem Hammer landet. „Wir schauen die leeren Regale an und wissen, wie es vorher war. Jetzt ist alles dahin“, sagt Sabine Schiller, die an der „heißen“ Theke Leberkäs-Semmeln verkauft hat, gegenüber dem BR. „Ich bin über 20 Jahre da“, erklärt indes Sandra Murger. „Man verliert die Familie. Es ist ein ganz blödes Gefühl.“

Für viele Angestellte geht es allerdings in anderen Jobs weiter. Ein Neuanfang sowohl für die Mitarbeiter als auch für das Interieur. Den Gewinn der Auktion muss sich das Unternehmen „Restlos“ mit dem Unternehmen Real teilen. Sollte ein Produkt keinen Liebhaber gefunden haben, wird es ordnungsgemäß entsorgt. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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