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Desaströser Abend bei Bayreuther Festspielen: Aufführung gnadenlos niedergebuht - Publikum sauer

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Von: Franziska Konrad

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Die Neuproduktion des „Rings der Nibelungen“ wurde bei den Bayreuther Festspielen vom Publikum gnadenlos ausgebuht.
Die Neuproduktion des „Rings der Nibelungen“ wurde bei den Bayreuther Festspielen vom Publikum gnadenlos ausgebuht. © Imago Images

Der vergangene Freitagabend wird nicht nur dem Publikum der Bayreuther Festspiele lange in Erinnerung bleiben: Nach der Premiere der „Götterdämmerung“ folgte lautstarker Protest.

Bayreuth - Einen solchen Proteststurm haben die Bayreuther Festspiele zuletzt selten erlebt: Die Neuproduktion des „Ring des Nibelungen“ wurde am Freitagabend, 5. August, nach der Premiere der „Götterdämmerung“ von weiten Teilen des Publikums wütend und gnadenlos niedergebuht. Lautstarker Protest empfing das Team um Regisseur Valentin Schwarz, als diese sich den Zuschauern zeigten. Diejenigen im Publikum, die versuchten, mit Applaus und Bravos dagegen zu halten, gingen unter.

Bei Bayreuther Festspielen: Proteststurm nach Aufführung - Buhrufe von Publikum

Die Premiere der „Götterdämmerung“ entwickelte sich zu einem weitgehend desaströsen Opernabend. Und das lag keineswegs am Weltenbrand, mit dem Richard Wagners „Ring“ zu Ende geht. Schwarz schien im letzten Teil selbst vor seinem überaus ambitionierten und ideenreichen Regiekonzept zu kapitulieren. Er zeigte eine erstaunlich konventionelle und streckenweise langatmige Interpretation vom Mord an Siegfried und der Rückkehr des Goldes zu den Rheinschwestern. Auch die Musik ließ zu wünschen übrig.

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Wichtig zu erwähnen: Bei den Bayreuther Festspielen ist das Publikum in der Regel mit den Musikern deutlich gnädiger als mit der Regie. Bedeutet im Klartext: Wenn sogar der Dirigent und die Hauptdarstellerin des Abends Buhs einstecken mussten, ist das in der Tat bemerkenswert.

Bayreuther Festspiele 2022: Ungewöhnlich viele Buh-Rufe aus dem Publikum

Dirigent Cornelius Meister musste sich mit durchwachsenen Reaktionen zufrieden geben für sein lautes und mitunter rücksichtsloses Dirigat, unter dem vor allem Iréne Theorin als Brünnhilde hörbar litt. Die Sopranistin schien sich ohnehin ungewöhnlich schwer zu tun mit der Partie. Ihre extrem flatternder Stimme drohte immer wieder, vom Orchester übertönt zu werden. Dafür gab es ungewöhnlich deutliche Buhs.

Uneingeschränkt gefeiert wurde dagegen „Siegfried“-Einspringer Clay Hilley. Dieser ersetzte den kurzfristig erkrankten Stephen Gould. Das verkündete der Pressesprecher der Festspiele, Hubertus Herrmann, als er den Zuschauern vor Beginn der Premiere die Umbesetzung mitteilte. Die stärksten Leistungen des Abends zeigten allerdings die beiden Bösewichte: Hagen (Albert Dohmen) und Gunther (Michael Kupfer-Radecky) wurden für ihre Leistungen gefeiert. (kof mit dpa)

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