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Beerdigung von Heinz Winkler: Familie und Freunde nehmen Abschied – „Wir vermissen dich so sehr“

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Von: Stephanie Ebner

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Bei strömendem Regen hat sich die Kochwelt am Dienstag von Sternekoch Heinz Winkler (73) in Aschau verabschiedet. Am Grab vereint: seine zwei Ex-Frauen Evi und Denise sowie Noch-Ehefrau Daniela.

Aschau – Mit drei dunkelroten Rosen in der Hand betrat Heinz Winklers jüngster Sohn Constantin (14) am Dienstag die Aschauer Dorfkirche wenige Minuten vor Beginn der Trauermesse. An der Seite seiner Mutter Denise, der zweiten Ehefrau von Heinz Winkler, und gut abgeschirmt vor den Fotografen, die in der Kirche und auf dem Friedhof keine Fotos machen durften.

Abschied von Heinz Winkler: Die Familie vereint am Grab

Erst am Wochenende hatte sich der Heranwachsende mit rührenden Worten von seinem verstorbenen Vater in einer Todesanzeige verabschiedet: „Lieber Papa, wo mein Leben in Deinen Armen begann, endete Deines in meinen Armen. Zurück bleibt der Schmerz, den ich für diese wahre Liebe ertragen muss. Wir vermissen Dich so sehr.“

Sein letzter Weg führte Heinz Winkler in der Kutsche an seiner Residenz vorbei.
Sein letzter Weg führte Heinz Winkler in der Kutsche an seiner Residenz vorbei. © Oliver Bodmer/Tobias Hase/dpa

„In Würde und Anstand vereint“, lautete der ausdrückliche Wunsch der Familie. Und so standen die Ex-Ehefrauen Evi und Denise sowie Noch-Ehefrau Daniela nebeneinander am Grab.

Ein Blumenmeer aus gelben Rosen schmückten den Sarg und die Kirche. Sohn Alexander hatte zusammen mit Ehefrau Kornelia und Mutter Evi einen üppigen Rosenkranz geschickt – mit den Worten: „Du wirst immer einen Platz in unseren Herzen haben.“

Heinz Winkler war Deutschlands jüngster Drei-Sterne-Koch

Nicht nur die Familie nahm Abschied von dem Spitzenkoch, der „mit Fleiß, Ehrgeiz und viel Begabung“, so Pfarrer Paul Janßen, die höchsten Kochehren erlangt hatte. Mit gerade mal 28 Jahren war es dem gebürtigen Südtiroler gelungen, im Münchner Tantris drei Sterne zu erkochen. Damals war er der jüngste Drei-Sterne-Koch Deutschlands.

Am Grab vereint: die Familie des verstorbenen Heinz Winkler.
Am Grab vereint: die Familie des verstorbenen Heinz Winkler. © Oliver Bodmer

Insbesondere Weggefährten aus dem Münchner Tantris gaben Winkler das letzte Geleit. Er ist ein „Vorbild“ für viele. „Seine Rezepte und sein Denken wird durch seine Kochschüler in die Welt getragen“, würdigte Tantris-Küchendirektor Matthias Hahn das Schaffen Winklers. Hans Haas, der einst nach Winkler im Tantris am Herd stand, war ebenso wie Alfons Schuhbeck in den Chiemgau gereist. Für Schuhbeck eine „Selbstverständlichkeit“.

Weggefährten von Heinz Winkler nehmen Abschied

Sichtlich mitgenommen vom Tod des Weggefährten erklomm Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann auf zwei Stöcke gestützt den Aschauer Kirchberg.

Wie es sich die Familie gewünscht hatte, waren Kollegen und Schüler in Kochjacken erschienen. Das Küchenteam von Winklers „Residenz“ stand nach der Kirche Spalier für den ehemaligen Chef.

Kam nach Aschau: Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann.
Kam nach Aschau: Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann. © Oliver Bodmer

Schauspieler Günther Maria Halmer, der ein gern gesehener Stammgast in dem Drei-Sterne-Restaurant war, nannte den Verstorbenen einen „besonderen Menschen mit großen Visionen“. Der Schauspieler erinnerte in seiner Rede an die 30-Jahr-Feier der Residenz im vergangenen Jahr: Damals habe Heinz Winkler „völlig zufrieden und glücklich gewirkt“.

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Heinz Winkler hat in seinem Leben alles erreicht

Heinz Winkler habe alles erreicht. Vom armen Bauernbub aus Südtirol zum Spitzenkoch. In seiner Tantris-Zeit entwickelte Winkler seine Cuisine Vitale, die „auf alten Rezepten und vielen frischen Kräutern“ basiert. „Essen soll beflügeln und nicht belasten“, lautete Winklers Motto stets in der Küche.

Jetzt hat er sich auf seine letzte Reise begeben. Hoffentlich „dem Glück entgegen“, wie Pfarrer Janßen sagte. So hatte Winkler vor einem Jahr seine Biografie genannt.

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