"Das war unsere Hauswaffe"

Behördenposse um 58 Jahre altes Gewehr

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Seit 58 Jahren ist so ein Karabiner 98K im Besitz von Reiner Kuhn.

Miesbach - Seit Jahr und Tag steht der Karabiner 98K im Waffenschrank von Reiner Kuhn (76) – gesichert durch ein Zahlenschloss. „So lang ist es her, dass ich mich nicht mehr erinnere, wann ich das letzte Mal damit geschossen habe“, sagt Kuhn. Als er 18 Jahre alt war, hat der Vater ihm die Waffe geschenkt.

Mit seinem Anwalt Lutz Libbertz kämpft Reiner Kuhn (l.) darum, dass er das Gewehr nicht abgeben muss.

Jetzt fordert das Landratsamt Miesbach, dass Kuhn das Gewehr abgibt – wegen eines bürokratischen Missgeschicks. Kuhn hat eine Waffenbesitzkarte, auf die seine fünf Waffen im Jahr 1973 eingetragen wurden. Noch 2011 bescheinigte ihm das Landratsamt, dass er ein ordentlicher Waffenbesitzer sei. Im August 2015 kamen allerdings angemeldet zwei Kontrolleure vorbei und mussten feststellen, dass die Nummer in der Waffenbesitzkarte nicht mit jener übereinstimmt, die auf dem Karabiner 98K steht. „Die Anmeldung ist über 40 Jahre her. Ich kann nicht mehr sagen, wie es zu diesem Versehen gekommen ist“, sagt Kuhn. Weil sein Gewehr jetzt keine regis­trierte Waffe mehr ist, soll er sie abgeben.

Dagegen wehrt sich Reiner Kuhn mit Anwalt Lutz Libbertz. „Seit 58 Jahren hat er dieses Gewehr. Es ist eine Behördenposse, dass er es nun abgeben soll“, sagt Libbertz. Die Waffe ist laut und unzeitgemäß. Doch für Reiner Kuhn hat sie einen immateriellen Wert, weil sie schon immer im Besitz der Familie war. „Das war unsere Hauswaffe“, sagt Kuhn.

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