Sein Bellen wurde immer leiser

Hund elf Tage in Felswand eingeschlossen - Retter finden „Barry“ völlig erschöpft und abgemagert

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Barrys Lebensretter aus dem Nationalpark Berchtesgaden (v.l.): Ranger Dominik Joosten, Revierleiter Tilman Piepenbrink, Mitarbeiter Wolter von Plettenberg, Ranger Fritz Eder und Ranger-Leiter Jochen Grab.

Vor elf Tagen war Mischlingshund Barry seiner Besitzerin bei einer Wanderung am Königssee entwischt. Seitdem war der Rüde unauffindbar - bis die Rettung in letzter Minute kam.

Was für ein Glück für den acht Jahre alten Mischlingshund Barry: Elf Tage lang war er im Nationalpark Berchtesgaden spurlos verschwunden, nun konnte er gerettet werden.  

Am 12. August entwischte Barry laut einer Pressemitteilung des Nationalparks Berchtesgaden seinem Frauchen, einer 27-jährigen Urlauberin aus Hechingen in Baden-Württemberg. Die Frau stieg vom Kärlingerhaus zum Königssee ab, als Barry davonlief. Sie stieg ihrem Hund hinterher, fand ihn aber nicht mehr. Und so blieb es elf Tage lang: Von dem Hund fehlte jede Spur, sein Schicksal blieb rätselhaft. 

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Bellen wurde immer leiser

Doch Barry lebte und schaffte es immer wieder, auf sich aufmerksam zu machen: Wiederholt hörten Wanderer, Nationalpark-Mitarbeiter, Almbauern und Fischer sein verzweifeltes Bellen. Doch gefunden wurde der Hund nicht: „Immer dann, wenn Suchtrupps ausrückten, verstummte der Hund und reagierte nicht auf Rufen oder Pfeifen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Bis zum vergangenen Donnerstag, 23. August: An diesem Morgen war wieder das Bellen des Hundes zu hören - allerdings nur noch vereinzelt und sehr leise. Die Nationalpark-Ranger starteten einen letzten Versuch. Sie stiegen durch unwegsames Gelände zum Fuß der Felswand auf, suchten Barry mit Ferngläsern und Wärmebildkameras. „Es war klar: Den bevorstehenden Wetterumsturz würde der Hund, dessen Bellen von Tag zu Tag weniger und schwächer geworden war, wohl nicht mehr überleben“, heißt es.

Revierleiter Tilmann Piepenbrink fand den Hund schließlich: Er suchte mit der Wärmebildkamera einen Geländerücken ab, als ihm ein heller Punkt auffiel. „Es war nur ein kurzer Augenblick, doch ich war mir sicher, dass dies ein Hund sein musste“, berichtet Piepenbrink.

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Für Barry gab es kein Vor und kein Zurück

Der Hund hatte sich in eine ausweglose Lage gebracht: Rund 150 Höhenmeter oberhalb des Königssees in einem 70 Grad steilen Grashang und direkt über einem 100-Meter-Steilabbruch gab es für ihn kein Vor und Zurück mehr. Die Retter seilten sich 40 Meter zum Hund ab und sicherten ihn mit einem speziellen Tragesystem. „Bei seiner Rettung war Barry völlig apathisch, er hat mich gar nicht mehr richtig wahrgenommen und sich nicht mehr bewegt“, berichtet Ranger Fritz Eder. „Er war völlig abgemagert und bestand nur noch aus Haut und Knochen.“

In einer Tierklinik wurde dem Hund nach der Erstversorgung durch die Nationalpark-Ranger jedoch ein stabiler Zustand attestiert. Am Freitag nahm die Urlauberin ihren Hund wieder in Empfang - überglücklich, denn dass Barry noch lebt, damit hätte sie nicht gerechnet.

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