DWD geht auf Alarmstufe Rot: Amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter in Bayern

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Konflikte zwischen Wanderern und fahrenden Bergfans

Berg-Radler unerwünscht? Neue Regeln für alpinen Freizeitsport sollen her

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Bei den einen sind die Wanderschuhe das Werkzeug der Wahl, bei anderen das Mountainbike. Doch die unterschiedliche Nutzung der Wanderwege führt immer häufiger zu Konflikten.

Die Forderung der oberbayerischen CSU nach Sperrzonen für Mountainbiker und E-Biker sorgt für große Diskussionen. Bürgermeister und Naturschützer reagieren positiv, doch die Sportverbände und Touristiker fühlen sich vor den Kopf gestoßen.

München – Es ist nur ein Satz in dem 19-seitigen Leitantrag der CSU Oberbayern – aber der birgt Zündstoff. Um den Tourismus in den bayerischen Alpen nachhaltiger zu gestalten, will sich die CSU Oberbayern für die Einrichtung von Sperrzonen und die Ausweisung geeigneter Routen für Mountainbiker und E-Biker einsetzen. Am Wochenende wurde der Leitantrag mitsamt diesem Passus beim Bezirksparteitag in Ingolstadt angenommen. Und das sorgt bei denjenigen, die von solchen Sperrzonen betroffen sein könnten, für erhebliche Diskussionen.

Zustimmung für den Vorstoß kommt etwa vom Jachenauer Bürgermeister Georg Riesch (Freie Wählergemeinschaft). „Das ist genau das, was wir schon immer sagen.“ Es müsse auch Tabuzonen geben. „Wir wollen keinen verprellen und auch keine unnötigen Strafen verhängen“, betont er. Aber wenn man jetzt keine Regeln aufstelle, bekomme man die Situation später nicht mehr in den Griff. Der CSU-Abgeordnete Martin Bachhuber betonte aber bereits vor der Abstimmung, dass seine Partei keine großflächigen Kontrollen in den Bergen, sondern bevorzugt auf Vernunft und Freiwilligkeit setzen wolle.

Nach der Forstschranke nur Fahrzeuge ohne Motorkraft 

Auch Axel Doering, Leiter des Arbeitskreises Alpen beim Bund Naturschutz, sieht vor allem beim Thema E-Bike Handlungsbedarf. Er verweist auf einen Passus im bayerischen Naturschutzgesetz, in dem es heißt, dass man sich auf privaten Wegen nur mit Fahrzeugen ohne Motorkraft fortbewegen dürfe. „Bislang fallen Pedelecs nicht unter diese Regelung. Wir halten es aber für sinnvoll, wenn E-Bikes nach der Forstschranke nicht mehr fahren dürfen“, sagt der Garmisch-Partenkirchener. Doering fährt selbst ein E-Bike. „Damit fühlst du dich wie Jan Ullrich.“ Er nutze das Rad aber nicht im Gebirge, sondern nur, um Baustellen im Ort aus dem Weg zu gehen und sich die leidige Parkplatzsuche zu sparen. Aus seiner Sicht gibt es „keine Koexistenz“ zwischen Wanderer und E-Mountainbiker. „Der eine will eins mit der Natur sein, der andere sucht hochkonzentriert das Erlebnis. Das ist ein anderer Erwartungshorizont.“

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Beim Deutschen Alpenverein, in dem immer mehr Mitglieder mit dem Mountainbike in den Bergen unterwegs sind, überwiegt dagegen die Skepsis – auch, wenn die Frage nach dem Umgang mit E-Bikes intern umstritten ist. „Wir halten pauschale Sperrungen nicht für den richtigen Weg“, sagt DAV-Sprecherin Andrea Händel. Es sei besser, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen und die Probleme regional zu besprechen, wie bei den aktuell laufenden Modellprojekten in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Oberallgäu, wo Konzepte getestet und entwickelt werden, mit denen der Konflikt gelöst werden soll.

Darauf verweist auch Heiko Mittelstädt von der Deutschen Initiative Mountainbike. „Ich weiß nicht, warum die CSU jetzt mit so einem Vorstoß Unruhe reinbringt. Wir sind doch mitten in den Gesprächen, um vor Ort Lösungen zu finden.“ So würden viele Radsportler vor den Kopf gestoßen. „Da bleibt das Gefühl: Man will uns nicht.“ Mittelstädt plädiert dafür, die Mountainbiker über attraktive Angebote gezielt zu lenken. Das heiße auch, den ein oder anderen Bike-Park anzulegen, um Wanderer und Biker zu entzerren. Das Argument, der Aufstieg auf zwei Beinen statt auf zwei Rädern sei per se umweltschonender, will Mittelstädt nicht gelten lassen. „Ist es wirklich ökologischer, wenn jeder mit dem Auto zum höchsten Wanderparkplatz fährt? Dann doch lieber mit dem Rad von der Haustüre aus losfahren.“

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Die frühere Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) fordert eine UN-Organisation für die Bergwelt. Nur so könne man dem im alpinen Gelände besonders schnell voranschreitenden Klimawandel entgegentreten und widerstreitende Interessen unter einen Hut bringen, betont sie. Der Sitz der Organisation könnte in München sein.

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