Wie gefährlich ist es wirklich?

Mit Kindern in den Bergen: Das müssen Sie beachten

Vor den Augen der Eltern und der Geschwister stürzte die Kleine in den Tod

München - Eine Achtjährige stürzt im Nationalpark Berchtesgaden in den Tod – eine Tragödie vom Wochenende, die alle erschüttert. Sie wirft auch Fragen auf: Wohin kann man in den Bergen mit Kindern überhaupt gehen?

Eine Achtjährige stürzt im Nationalpark Berchtesgaden in den Tod – eine Tragödie vom Wochenende, die alle erschüttert. Viele fragen sich jetzt: Sind Steilwände, Klettersteige und verwunschene Felsenschluchten überhaupt die richtigen Orte, die verantwortungsvolle Eltern mit Kindern besuchen dürfen? Oder ist das viel zu waghalsig? „Nein, für Kinder ist es viel gefährlicher, sie mit Chips und Limo vor den Fernseher zu setzen, als mit ihnen in die Berge zu gehen“, sagt Thomas Bucher vom Alpenverein München. Der 44-jährige ist einer, der es wissen muss – Vater dreier Kinder und Bergfex: „Ich hab meine Kinder schon als Säuglinge mit in die Berge genommen – zuerst im Tragetuch, als sie dann sitzen konnten in der Kraxe, und als sie gehen konnten, habe ich sie zum Wandern animiert.“ Doch vor der Wanderung sind ein paar wichtige Dinge zu beachten:

„Die richtige Planung“, sagt Bucher. Eltern müssen Leistungsreserven haben, damit sie die Kinder notfalls ins Tal zurücktragen können. „Es können immer Unwägbarkeiten auftreten wie Gewitter oder Wespenstiche, und dann liegt alle Last manchmal im Wortsinn auf den Schultern der Eltern.“

Bei Kindern darf nicht der Gipfel im Vordergrund stehen: „Denen ist die Aussicht wurscht, die interessieren sich mehr für die Ameisenhügel am Wegrand.“ Mit Kindergartenkindern sind kleinere Touren möglich, „aber ganz wichtig ist es, ohne Gipfelehrgeiz an die Sache heranzugehen und die Kinder nicht zu überfordern“.

Aber was, wenn Kinder an gefährliche Stellen klettern, dabei gar abstürzen? „Sicherlich, solche Gefahren bestehen immer, aber sich deshalb mit Kindern nicht in eine Klamm zu wagen, wäre genau die falsche Reaktion“, sagt Alpenvereinssprecher Bucher. „Eine Klamm ist wie ein Paradies, hinter jeden Ecke gibt es eine neue Attraktion!“

Die wichtigsten Dinge, die Eltern im Gebirge brauchen, sind Wetter- und Sonnenschutz – also wasserdichte Kleidung und Wechselkleidung – sowie Sonnencreme. Weiterhin braucht es ein Handy, ein Erste-Hilfe-Set und kühlendes Gel für Insektenstiche. Unverzichtbar sind Wanderschuhe. Wer in steilem Gelände unterwegs ist, dem rät er, auch ein zehn Meter langes Seil und einen Brust oder Hüftsitzgurt einzupacken: „Damit kann man die Kinder notfalls sichern.“

Susanne Sasse

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