Besenhiebe für untreue Ehefrau

Trotz Hämatomen: Frau will sich weiterhin um den Haushalt ihres Gatten kümmern

Garmisch-Partenkirchen - Liebe kennt keine Grenzen – und kein Alter. Nach 28 Jahren Ehe verließ eine 60-Jährige ihren Mann wegen eines anderen, was der Rentner gar nicht gut aufnahm.

Es ist gleichermaßen rührend wie traurig: 28 Jahre lang war der Angeklagte mit seiner Frau verheiratet, zwei Töchter haben die beiden zusammen groß gezogen. Im Alter von 60 Jahren dann verliebte sich die ältere Dame in einen anderen Mann und zog zu ihm – trotzdem schaute sie täglich bei ihrem 70-jährigen Gatten vorbei, um ihm im Haushalt zu helfen.

Im Herbst des vergangenen Jahres eskalierte die heikle Situation dann doch: Der halb verlassene Rentner schlug seiner untreuen Frau immer wieder einen Besenstiel über Oberkörper und Kopf. Dafür musste er sich nun vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen verantworten.

Die Angelegenheit habe sich am 29. September 2009 gegen 17.30 Uhr auf der Terrasse einer Wohnung in Garmisch-Partenkirchen ereignet, erklärte Staatsanwältin Nesrin Dever bei der Verhandlung. Dabei schilderte der Angeklagte, wie es zu seinem Wutausbruch gekommen sei. So habe ihm seine Frau nach einer Radtour mitgeteilt, dass er den Haushalt künftig alleine machen könne, wenn er schon in der Lage sei, derlei Sport zu betreiben. „Bei diesen Worten rastete ich aus, weil ich körperlich schlecht beisammen bin“, rechtfertigte sich der Rentner. „Der aufgestaute Frust kam durch, und ich schlug mit dem Schrubberstiel auf sie ein, denn sie wollte von mir nichts mehr wissen.“

Obwohl sich die Seniorin dabei einige Hämatome zuzog, will sie ihren Mann auch weiterhin versorgen, zumal ihr Gatte jetzt auch noch unter Depressionen leide. „Ich habe ihm jedenfalls verziehen“, teilte die Frau als Zeugin mit. „Ich glaube nicht, dass sowas nochmal vorkommt, er ist schon mal jähzornig.“

Richter Michael Rothärmel verhängte in seinem Urteil eine Geldstrafe von 1800 Euro. Schließlich handle es sich um eine emotionale Entladung innerhalb einer familiären Beziehung, die mittlerweile gelöst sei. Deshalb sei als geringstmögliche Sanktion eine Geldstrafe von 1800 Euro angemessen (90 Tagessätze). Normalerweise müsse eine Körperverletzung dieser Art mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten aufwärts geahndet werden. (wk)

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