Sie geben sich als Polizisten aus

Neue Masche: Betrüger rufen mit 110-Nummer an

Murnau - Betrüger haben sich eine neue Masche einfallen lassen: Sie rufen ihre Opfer an und suggerieren durch eine angezeigte 110-Nummer, dass sie von der Polizei seien. Einen Rentner hätten sie so beinahe um 2800 Euro gebracht.

Die Ganoven werden immer kreativer, wenn es darum geht, andere übers Ohr zu hauen. Eine besonders dreiste Betrugsmasche, die offenbar neu ist, ist jetzt im Staffelseeraum bekannt geworden: Die Gauner meldeten sich mit der Notrufnummer 110 und gaben sich als Polizei aus. Sie hätten beinahe einen älteren Herrn um 2800 Euro erleichtert. Der 87-Jährige aus einem Dorf bei Murnau erhielt laut Polizeibericht am Donnerstag den dubiosen Anruf auf seinem Handy. Am anderen Ende der Leitung behauptete jemand, Mitarbeiter der örtlichen Polizeidienststelle zu sein – und leitete das Gespräch zu einer „Ober-Richterin“ weiter.

Eine Frau erklärte daraufhin dem Senior, dass er umgehend 2800 Euro – angeblich alte Gewinnspiel-Schulden – bezahlen müsse. Sonst werde er noch am gleichen Tag verhaftet. Das Geld sollte er in einer Postfiliale per Western Union überweisen. Es handelt sich dabei um einen weltweiten Dienst, der einen anonymen Geldtransfer ermöglicht. Dem 87-Jährigen wurde dafür eine Poststelle in Murnau genannt.

Polizei vermutet Profis am Werk

Der verunsicherte und eingeschüchterte Mann begab sich tatsächlich sofort zu der Filiale. Glücklicherweise schöpfte dort eine Schalterangestellte Verdacht. Sie verweigerte die Transaktion und informierte die Murnauer Polizei. Die Beamten haben die Ermittlungen aufgenommen – tappen aber noch im Dunkeln.

Polizeikommissar Christian Amse vermutet, dass die Übeltäter eine spezielle Software und Telefontechnik verwenden, um den Anruf mit der Polizei-Nummer 110 vorzutäuschen. Wahrscheinlich sind Profis am Werk, die sich anhand der Vornamen scheinbar ältere Opfer aus dem Telefonbuch aussuchen. Auch dürfte es sich um keinen Einzelfall handeln. Die Anrufer sprachen beide perfektes Hochdeutsch.

Die Polizei warnt deshalb nun vor dieser neuen Betrugsmasche:

  • Die Polizei würde niemals mit der Absenderrufnummer +49 110 oder 110 anrufen. Es handelt sich dabei lediglich um die Notrufnummer der Polizei; Diese wird aber nie für abgehende Gespräche verwendet.
  • Die Polizei, die Staatsanwaltschaft oder die Gerichte würden niemals Zahlungen per „Western Union“ oder anderen Bezahldiensten fordern. Zahlungen an die Justiz oder an die Polizei erfolgen ausnahmslos auf reguläre deutsche Bankkonten.
  • Die Polizei, die Staatsanwaltschaft oder die Gerichte würden Sie niemals telefonisch zu einer Zahlung auffordern. Sie erhalten immer einen schriftliche Zahlungsaufforderung auf dem Postweg. Aus diesem Schreiben ist der Absender immer klar erkennbar.
  • Seien Sie immer skeptisch, wenn sich Personen am Telefon als Amtsträger ausgeben und eine Zahlung von Ihnen fordern. Alle Behördern werden Ihnen auf Nachfrage immer eine Rückrufnummer bzw. eine Erreichbarkeit nennen.
  • Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle nach, ob der Anruf tatsächlich von der Polizei kam.
  • Warnen Sie auch Ihre Eltern bzw. Großeltern vor dieser neuen Betrugsmasche, da es die Täter erfahrungsgemäß auf ältere Menschen abgesehen haben.

as/mm

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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