Mit 1,9 Promille im BMW

Betrunken: Vater fährt seinen kleinen Sohn in den Tod

Regensburg - Er hatte völlig unterschätzt, wie viel Alkohol er getrunken hatte. Jetzt sitzt er im Rollstuhl und hat den Tod seines zweijährigen Sohnes auf dem Gewissen.

Er schätzte sich eher als angeheitert ein, so auf 0,6 Promille vielleicht. Doch in Wahrheit war der 34-jährige Robert S. sturzbetrunken, als er sich im Oktober 2013 kurz nach Mittag ans Steuer setzte, um von Regenstauf nach Ramspau (Kreis Regensburg) zu fahren. 1,89 Promille ergab später eine Blutprobe! Im BMW 330 befanden sich seine Frau und der kleine Sohn Diego (2). Beim Überholen eines Porsches passierte es dann – der Wagen kam von der Straße ab und schleuderte gegen einen Baum.

Der Bub wurde trotz Kindersitz so schwer verletzt, dass er später starb. Robert S. sitzt seither im Rollstuhl, er ist ab der Brust gelähmt. Nun musste er sich wegen des Unfalls vor dem Amtsgericht Regensburg verantworten. Zu dem Prozess, u.a. wegen fahrlässiger Tötung, hätte es nicht kommen müssen – doch S. hatte gegen einen Strafbefehl über zehn Monate auf Bewährung Einspruch eingelegt. „Obwohl dieses Strafmaß schon alle mildernden Fakten einbezog“, so die Staatsanwältin.

Robert S. schilderte dem Gericht die Liebe zu seinem Bub. Wenn er nur abgebremst hätte an diesem Tag, anstatt weiter zu überholen, dann würde sein Sohn leben. „Ich habe ihn auf dem Gewissen.“ Zwei Stunden nach dem Unfall wurde ihm Blut abgenommen, demnach hatte er zum Zeitpunkt des schrecklichen Ereignisses 1,89 Promille. Es folgten aber Operation, Trans- und Infusionen, sodass die Staatsanwaltschaft von 1,28 Promille ausging. Letztlich ging es im Prozess um die absolute Fahruntüchtigkeit, die bei 1,1 Promille liegt. Unter diesen Wert wollte er kommen, sonst könnte die Unfallversicherung Probleme machen.

Doch der Gutachter blieb beim hohen Alkoholwert. Zudem kam heraus, dass auch die Mutter damals betrunken war (1,6 Promille). Und als Robert S., der wegen Alkohols im Straßenverkehr vorbestraft war, erwähnte, dass er vor dem Unfall ein neues Kennzeichen beantragt hatte, war es dann mit der Geduld der Anklägerin vorbei. Das Kennzeichen sollte lauten auf: R-IP … Ruhe in Frieden. S. nahm den Einspruch zurück.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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