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Bewährungsstrafe

Kalinkas Vater wegen Selbstjustiz verurteilt

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Andre B. wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Mülhausen - In dem seit mehr als drei Jahrzehnten andauernden Kriminalfall Kalinka hat ein Gericht den leiblichen Vater der Jugendlichen wegen seiner Selbstjustiz-Aktion zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Richter im elsässischen Mulhouse sahen es am Mittwoch als erwiesen an, dass André B. 2009 die Entführung von Kalinkas deutschem Stiefvater nach Frankreich organisierte, um dort ein neues Verfahren gegen diesen zu ermöglichen. Der heute 79 Jahre alte Mediziner Dieter K. ist nach Ansicht der französischen Justiz für den Tod der Jugendlichen im Jahr 1982 verantwortlich.

Behörden in der Bundesrepublik hatten die Auslieferung des früheren Arztes stets abgelehnt, weil ein Ermittlungsverfahren in Deutschland aus Mangel an Beweisen eingestellt worden war. Nur die Entführung des Mannes aus Bayern ermöglichte deswegen eine Festnahme und Verurteilung in Frankreich.

Der Fall Kalinka: Eine Chronologie

Kalinka starb mit 14 Jahren.

Bei der mündlichen Gerichtsverhandlung im Mai hatte die Staatsanwaltschaft eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten Haft gefordert. Anklagevertreter Hervé Robin sprach B. (76) damals sogar Anerkennung aus. „Menschlich gesehen, bin ich beeindruckt von Ihrem Mut und Ihrer Beharrlichkeit“ sagte er. Die französische Justiz sei bis zu der von B. organisierten Entführung machtlos gewesen.

dpa

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